Bad Driburg

  • Kur- und Badestadt im Osten Nordrhein-Westfalens
  • Rund 18.500 Einwohner
  • Anteil Kinder und Jugendliche an der Gesamtbevölkerung: 16,7 %

Als Kur- und Badestadt hat Bad Driburg schon umfangreiche Erfahrungen mit der Berücksichtigung der Belange schutzbedürftiger Verkehrsteilnehmer gemacht. Der Fokus lag bisher vor allem darauf, sichere Wege für Kurgäste, ältere und beeinträchtigte Menschen zu schaffen. Diese Erfahrungen bieten der Stadtverwaltung nun gute Voraussetzungen, mithilfe interdisziplinärer Herangehensweisen auch die Schul- und Alltagswege der jungen Stadtbewohner sicher und attraktiv zu gestalten. In der Kernstadt Bad Driburg liegen alle Schulstandorte im Siedlungsbereich integriert. Dies sind ideale Voraussetzungen dafür, dass möglichst viele Schüler und Schülerinnen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen können.

In Bad Driburg sollen viele Bereiche umgestaltet werden, einige davon befinden sich schon in der Bauphase. Dazu gehören zum Beispiel die Fußgängerzone, der Rathausvorplatz und der Stadtpark. Jugendlichen steht seit einiger Zeit ein Skaterplatz als Treffpunkt zum gemeinsamen Bewegen im Freien zur Verfügung. Mit einem Bachlauf, der das Stadtgebiet durchquert, vielen Grünflächen und kleinen, autofreien Wegen im Zentrumsbereich hat die Bad Driburg viel Potenzial, eine rundum kinderfreundliche Stadt mit sicher vernetzten Freiräumen zu werden.

Bad Driburg hat sich zum Ziel gesetzt, die Schulwege in der Stadt attraktiver und sicherer zu gestalten und seinen jungen Bewohnern darüber hinaus viele Möglichkeiten zum Spielen und Bewegen im Freien zu bieten.

Bisher bringen noch viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Das liegt nach Einschätzung der Stadtverwaltung vor allem daran, dass sie die Schulwege als zu unsicher ansehen. Insbesondere in verkehrsberuhigten Bereichen und Tempo-30-Zonen fährt der motorisierte Verkehr nach aktuellen Erkenntnissen zu schnell. Daher liegt ein Fokus darauf, Lücken im Fuß- und Radwegenetz zu schließen und bei der Verkehrsplanung die Belange von Kindern einzubeziehen.

Einen ersten Anknüpfungspunkt an die Ziele der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für alle!“ bieten auch die Bereiche der Stadt, deren Umbau aktuell durchgeführt oder geplant wird. Dort gilt es, Kinder und Jugendliche aktiv zu beteiligen und geplante Maßnahmen kinderfreundlich umzusetzen.

Der Auftaktworkshop fand am 30. August 2016 im Rathaus Bad Driburg statt. Unter den insgesamt 13 Teilnehmern waren die Mitarbeiter verschiedener städtischer Ämter, Vertreter der Fraktionen aus dem Rat, der Leiter der örtlichen Verkehrspolizei sowie zwei Berater des Planungsbüros STADTKINDER. Ziel war es, Themen, Qualitäten und konkrete Projekte für die Umsetzung der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für alle!“ in Bad Driburg zu erarbeiten.

Die Teilnehmenden erstellten zunächst eine Liste mit aktuellen und geplanten Projekten im Zusammenhang mit den Interessen von Kindern und Jugendlichen. Danach legten sie gemeinsam Qualitätsziele zu den folgenden fünf Bereichen fest: Verkehr und Mobilität, Grün- und Freiräume, Spiel und Sport, Wohnumfeld und öffentlicher Raum sowie Beteiligung von Jugendlichen.

Es zeigte sich, dass viele der bereits bestehenden Projekte gute Anknüpfungspunkte für eine kinder- und familienfreundliche Stadt- und Verkehrsplanung bieten. Ein gutes Beispiel dafür ist der momentan in der Bauphase befindliche Rathausplatz: Er könnte durch bespielbare Gestaltelemente wie z.B. Balancierelemente oder naturnahe Angebote ergänzt werden. Die Teilnehmer waren sich einig, das Thema Bespielbarkeit bei stadtgestalterischen Elementen wie Pflanzbeeteinfassungen, Pollern, Mäuerchen, Brunnen oder Sitzmöglichkeiten in Zukunft einzubeziehen.

Darüber hinaus regten die Teilnehmer an, eine Bestandsaufnahme der Schulwege vorzunehmen und diese so zu verbessern, dass Kinder und Jugendliche sich selbständig und sicher auf ihnen fortbewegen können. Hier fanden auch die sogenannten „Twieten“ Erwähnung: Das sind kleine, autofreie Wege im Zentrumsbereich, die momentan teilweise zugewachsen und schwer zu begehen sind. Die Teilnehmer regten an, die vorhandenen Twieten wieder besser in das Fußwegenetz der Stadt zu integrieren.

Weitere erarbeitete Qualitätsziele sind die Mehrfachnutzung von Grünflächen und ein Spielplatzkonzept für Bad Driburg. Kinder und Jugendliche sollten daran aktiv beteiligt werden.

Temporäre Aktionen sollten zusätzliche Anreize zum Spielen im Freien geben. So könnte beispielsweise eine temporäre Aktion wie die „Spielstraße auf Zeit“ ergänzende Freiräume für einen begrenzten Zeitraum schaffen. Die Sperrung einer Straße in einem Wohngebiet oder ein Aktionstag „Autofreies Bad Driburg“ sind nur einige Ansätze in diesem Themenfeld.

Ideenwerkstatt zur Spielplatzgestaltung

Spielplätze regen Kinder zum Spielen, Bewegen und Begegnen an – wenn sie attraktiv gestaltet sind. Deshalb plant die Stadt Bad Driburg aktuell, den Platz an der Mühlenpforte zu einem attraktiven Abenteuer- und Wasserspielplatz umzubauen.

Bereits am bundesweiten Tag der Städtebauförderung konnten Kinder und Eltern ihre Ideen dazu einbringen. Bei einer Ideenwerkstatt am 10. Juli 2017 konnten sich 30 Grundschulkinder noch intensiver beteiligen: Während einer Ortsbegehung sammelten sie Ideen, die sie dann anschließend in Kleingruppen bei einem Modellbau kreativ verbildlichen und festhalten konnten.

Es entstanden zahlreiche Anregungen mit konkreten Wünschen der Kinder. Sie wünschen sich viele wassernahe Spielmöglichkeiten wie einen Staudamm, einen Strudel und die Möglichkeit, im Bereich des Bachlaufes Kanu zu fahren. Auch ein Baumhaus, ein Holzpferd, ein Kletterwald, eine Miene, eine Seilbahn, eine Fläche für Schach, eine Kletterspinne, ein Fußballfeld, Balancierbalken, Türme mit Hängebrücke und Turnstangen und viele weitere kreative Ideen waren dabei.

Mithilfe von Klebepunkten stimmten die Kinder darüber ab, welche der Ideen ihnen am wichtigsten sind und präsentierten ihre Ergebnisse dann Eltern, Vertretern der Stadt und der Politik und dem Ideenwerkstatt-Team.

Die vielen kreativen Ideen der Kinder werden nun in die Entwurfsplanung für den Spielplatz einfließen. Da nicht alle Ideen auf der geplanten Fläche untergebracht werden können, möchte die Stadt im Rahmen eines gesamträumlichen Konzeptes prüfen, welche von den nicht berücksichtigten Ideen auf anderen Flächen umgesetzt werden könnten.

Hier können Sie sich die gesamte Dokumentation der Ideenwerkstatt ansehen.

 

Tag der Städtebauförderung 2017

Der 13. Mai 2017 war bundesweiter Tag der Städtebauförderung. Das hat die Stadt Bad Driburg zum Anlass genommen, seinen Bürgerinnen und Bürgern aktuelle und geplante Projekte vorzustellen.

Eines der geplanten Projekte ist die Umgestaltung des Platzes an der Mühlenpforte zu einem Abenteuer- und Wasserspielplatz. Um Eltern und Kinder darauf aufmerksam zu machen und sie anzuregen, ihre eigenen Ideen einzubringen, hat die Stadt auf einem benachbarten Parkplatz einen Aktionstag für Familien und Kinder durchgeführt. Neben den Informationen gab es viele Spiel- und Bastelmöglichkeiten: Das städtische Familienzentrum „Mit-ein-Ander“ bot eine Bastelaktion an und das AWO Spielmobil war vor Ort. Im Rahmen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“ wurden außerdem die verschiedenen Medien wie die zwei Banner, die Kreide und das Memory genutzt, um die kleinen Bürgerinnen und Bürger zum Spielen und Bewegen anzuregen.

Darüber hinaus zeigte ein Plakat Informationen zu den durchgeführten Aktivitäten in Bad Driburg im Rahmen der Kampagne. Bei einer Beteiligungsaktion konnten sowohl Eltern als auch Kinder Ideen für den geplanten Spielplatz auf dem jetzigen Platz an der Mühlenpforte entwickeln. Eltern hatten die Möglichkeit, ihre Ideen an einem Plakat einzutragen, für Kinder standen große Zettel und Stifte zur Verfügung, um die Ideen aufzumalen. Auch die jetzige Nutzung des Platzes wurde abgefragt.

Die Ergebnisse der Beteiligung können Sie in der Dokumentation zum Tag der Städtebauförderung 2017 in Bad Driburg einsehen.

Hier können Sie außerdem einen Bericht der Neue Westfälische lesen.

 

Erstes Treffen der AG Schulwege Bad Driburg

Beim Auftaktworkshop der Stadt Bad Driburg fiel der Entschluss, ein besonderes Augenmerk auf sichere Schulwege zu legen. Daraufhin wurde die AG Schulwege gegründet. Am 17. Januar 2017 traf sie sich zum ersten Mal. Das Treffen fand mit insgesamt zwölf Personen im Lehrerzimmer der Grundschule KGS Bad Driburg statt. Anwesend waren sowohl VertreterInnen zweier Schulen und interessierte Eltern als auch ein Verkehrssicherheitsberater der Polizei und MitarbeiterInnen aus dem Schulverwaltungsamt, dem Baudezernat und der Stadtplanung.

Frau Land vom Zukunftsnetz Mobilität NRW und Frau Lehmann vom Planungsbüro STADTKINDER standen unterstützend und beratend zur Seite.

Ziel der AG ist es, die Schulwegsituation an dem Grundschulstandort Jahnstraße unter Einbindung von Eltern, Lehrern, Schulleitung, Stadtverwaltung, Polizei und Kindern zu optimieren.

Wo liegen die Probleme?

Zunächst galt es, die Probleme auf den Schulwegen und vor den Schulen im Plenum gemeinsam zu erörtern. Dabei identifizierten die Teilnehmenden das „Elterntaxi“ als eine Gefahrenquelle – zu den Bring- und Holzeiten sorgen die vielen Autos häufig für Verkehrschaos, manchmal werden Verkehrsregeln auch nicht beachtet.

Zudem sind die schlechte Beschaffenheit der sogenannten „Twieten“ – das sind kleine, autofreie Wege im Zentrumsbereich – und ein fehlendes Radwegenetz Hindernisse für sichere Schulwege in Bad Driburg.

Mögliche Lösungsansätze

Nach der Problemerörterung ging es direkt weiter mit der Problemlösung: Eine Befragung von Eltern und Schülern soll besondere Gefahrenpunkte und Probleme aufzeigen und die Einbindung der Twieten in das Fußwegenetz sowie die Einrichtung von Hol- und Bringzonen sollen für mehr Sicherheit auf dem Schulweg sorgen.

Zusätzlich könnte in Bad Driburg ein „Walking Bus“ eingerichtet werden, um die Kinder zu ermuntern, den Schulweg nicht alleine im Elterntaxi, sondern zu Fuß und gemeinsam mit anderen Kindern zurückzulegen. Auch das Verkehrszähmerprogramm fand großen Anklang: dabei trainieren Kinder das Zufußgehen auf ihren Alltagswegen und lernen, wie sie eigenverantwortlich am Verkehr teilnehmen können.

Um Eltern und Kinder auf das Thema aufmerksam zu machen, soll außerdem ein Aktionstag durchgeführt werden, z.B. im Zusammenhang mit der Eröffnung einer Hol- und Bringzone.

Der nächste Termin der AG wird eine gemeinsame Begehung des Schulumfeldes Ende Februar / Anfang März 2017 sein.

Der Verstetigungsworkshop fand am 05.12.2017 in der katholischen Grundschule Bad Driburg statt. Unter den insgesamt 13 Teilnehmenden waren neben der Schulleitung und der Schulpflegschaftsvorsitzenden auch Mitglieder verschiedener politischer Fraktionen sowie der Baudezernent und eine Mitarbeiterin des Stadtplanungsamtes der Stadt Bad Driburg. Frau Land vom Zukunftsnetz Mobilität NRW sowie zwei Mitarbeiterinnen des Planungsbüros STADTKINDER standen den Teilnehmenden unterstützend und beratend zur Seite. Die folgenden Themen waren Schwerpunkte des Workshops:

  • Schulwegekonzept Ein Hauptschwerpunkt der Aktivitäten in Bad Driburg war die Schulwegbefragung an den Grundschulen. Über 400 Kinder beteiligten sich daran und benannten Konfliktstellen auf ihren zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegten Schulwegen. Basierend auf den Ergebnissen diskutierten die Teilnehmenden beim Verstetigungsworkshop konkrete Maßnahmenschwerpunkte und erstellten eine Liste mit den nächsten Schritten. Dazu  gehören sowohl temporäre Aktionen wie Straßensperrungen und Schulaktionen als auch größere bauliche Maßnahmen. Wenn möglich sollen die Kinder selber sich bei Aktionen beteiligen können.
  • Spielplatz Mühlenpforte / Katzohlbach Im Rahmen der Kampagene „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“ hat die Stadt Bad Driburg beim Tag der Städtebauförderung sowie im Rahmen einer Ideenwerkstatt viele Kinder in die Planung des neuen Spielplatzes einbezogen (siehe Menüpunkt „Laufende Aktivitäten“). Basierend auf den Ergebnissen hat die Stadt konkrete Pläne entwickelt, die es nun umzusetzen gilt.
  • Verankerung des Qualitätsziels Kinder- und Familienfreundlichkeit Die Teilnehmenden des Verstetigungsworkshops waren sich einig, dass neben den einzelnen Projekten auch eine grundlegende strategische Positionierung der Kommune unerlässlich ist. Dazu gehört neben der Verstetigung von Kinder- und Jugendbeteiligung auch die regelmäßige Kooperation und Kommunikation verschiedener Fachämter sowie die Umsetzung von grundlegenden Qualitäten einer kinder- und familienfreundlichen Stadtplanung. Ein primäres Ziel ist daher, Kinder und Jugendliche auch über die Laufzeit der Kampagne hinaus weiterhin zu beteiligen. Auch weitere Maßnahmen möchte die Stadt dauerhaft beibehalten, u.a. soll auch die Schuweg-AG (siehe Menüpunkt „Laufende Aktivitäten“) fortgeführt werden.

Hier gibt es das Konzept der Stadt Bad Driburg zum Download

Stadt Driburg

Amt 60 „Bauverwaltung und Stadtplanung“

Nicole Sude

Am Rathausplatz 2

33014 Bad Driburg

Tel.: 05253 / 88-1602

Email: n.sude@bad-driburg.de