Bergisch Gladbach

  • Kreisstadt im Bergischen Land und Mittelzentrum des Rheinisch-Bergischen Kreises
  • Mit rund 110.000 Einwohnern eine der kleineren Großstädte in Deutschland
  • Anteil Kinder und Jugendliche an der Gesamtbevölkerung: 16,6 Prozent

Bergisch Gladbach befindet sich dank vieler unterschiedlicher Maßnahmen bereits auf dem Weg zur kinder- und jugendgerechten Stadt. Aktuell plant der Jugendbereich die Spielflächen in einem Referenzstadtteil. Dieser soll später als Modell dienen – eine Grundlage, auf der die Stadt Quartier für Quartier mehr Freiräume zum Toben, Spielen und Bewegen schaffen kann.

Zu Beginn des Projekts begaben sich die Kinder einer Bergisch Gladbacher Schule gemeinsam mit den Verantwortlichen auf Streifzüge durch den Ortsteil. Die Schülerinnen und Schüler begutachteten die Gegebenheiten vor Ort und äußerten Wünsche, Bedenken und Vorschläge. Der Input der Kinder floss ein in die Gesamtüberlegungen, aus denen nun das Maßnahmenprogramm des Jugendbereiches hervorgeht.

Das Konzept basiert auf einem erweiterten Verständnis von Spielflächen, das neben klassischen Spielplätzen auch sogenannte „ungeplante Spielorte“ wie den Straßenraum einbezieht. Die Stadt setzt darüber hinaus seit Herbst 2015 in dem Referenzstadtteil auch das Projekt „Urbane Gärten“ auf einem Spielplatz um.

Die Stadt Bergisch Gladbach möchte die Interessen von Kindern und Jugendlichen gezielt in neue Planungsprozesse einbeziehen. Sie wird dazu ein entsprechendes Gesamtkonzept entwickeln und in der Stadtverwaltung verankern. Die Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für alle!“ liefert wertvolle Impulse und unterstützt dieses Vorhaben. Damit bietet sie für das Oberzentrum im Bergischen Land eine große Chance zur Weiterentwicklung in Richtung Kinderfreundlichkeit.

Die bereits gestarteten Projekte im Referenzstadtteil Heidkamp können sehr gut mit der Kampagne verknüpft werden. In dem Stadtteil wohnen ca. 6000 Menschen, davon sind ca. 1000 unter 18 Jahre alt. Grund genug, das Viertel mit Freiflächen zum Spielen und Toben aufzuwerten. Verschiedene schon bestehende Ansätze sollen gebündelt, mit den Zielen der Kampagne ergänzt und schließlich am Beispiel des Stadtteils verdeutlicht werden.

Die Stadt verspricht sich von der Kampagne außerdem auch Ideen für neue Projekte und Aktionen.

Der Workshop fand am 25.01.2016 im Ratssaal des Rathauses Bensberg statt. Insgesamt waren 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer anwesend, darunter auch zwei Berater des Planungsbüros STADTKINDER. Unter den Anwesenden waren außerdem Vertreter aus der Verwaltung aus den Bereichen Jugend und Soziales, Stadtplanung- und Entwicklung , Sport und Schule sowie ein Vertreter der Polizei aus der Direktion „Verkehr“ und die Geschäftsführerin eines ansässigen Wohnungsbauunternehmens. Der Workshop beschäftigte sich vor allem damit, die Projekte und Vorhaben im Referenzstadtteil Heidkamp herauszustellen und zu erarbeiten, wie diese sinnvoll mit der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für alle! “ zu verknüpfen sind. Gleichzeitig sollten Teilnehmerinnen und Teilnehmer neue Ideen und konkrete Ansätze für die weitere Ausgestaltung der Kampagne entwickeln.

Um eine übersichtliche und ausführliche Liste aller relevanten Projekte und Aufgaben in Heidkamp zu erstellen, notierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf verschiedenfarbigen Karteikarten den Projekttitel, die Projektphase, den Verantwortlichen sowie die Laufzeit. So entstand an einer Stellwand eine Liste mit insgesamt zehn Projekten aus unterschiedlichsten Themenbereichen mit unterschiedlichen Zielgruppen, zum Beispiel das Projekt „Urban Gardening“, das gerade entstehende Radverkehrskonzept, die Verkehrssicherheitsberatung „Junge Wilde“ oder das Projekt „Leben und Spielen im Quartier“.

Die Liste diente als Grundlage für die weitere Arbeit in Kleingruppen. Die erste Gruppe widmete sich der Frage, wie die jeweiligen Projekte konkret mit den Zielen und Inhalten der Kampagne verknüpft und durch diese ergänzt werden können. Die zweite Gruppe entwickelte Ideen für neue Projekte, Veranstaltungen und temporäre Aktionen, mit denen die Kampagne vor Ort sichtbar wird. Um allen Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, sowohl bestehende Projekte zu bewerten als auch neue Ideen zu entwickeln, tauschten die Gruppen nach einiger Zeit ihre Themen. So entstanden zahlreiche Ideen für konkrete Starterprojekte, die schon im Jahr 2016 realisiert werden können.

Geh-Spaß statt Elterntaxi in Bergisch-Gladbach

Schluss mit dem Verkehrschaos vor der Schule! Die Koordinierungsstelle Mobilitätsmanagement des Verkehrsverbundes Rhein-Siegs unterstützt die Partnerkommunen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für alle!“ im Rhein-Sieg-Kreis bei der Umsetzung des Projekts „Geh-Spaß statt Elterntaxi„. Das Angebot beinhaltet im Wesentlichen die Umsetzung der drei Bausteine Schul- und Freizeitwegeplanung, Verkehrszähmerprogramm im Unterricht und die Einrichtung von Hol- und Bringzonen. Die Stadt Bergisch Gladbach hat pünktlich nach Ende der Herbstferien 2016 im Stadtteil Hand drei „Elterntaxi-Haltestellen“ rund um die beiden Hander Grundschulen markiert. Dort können die Eltern seit dem 25.10.2016 ihre Sprösslinge gefahrlos und ohne Verkehrschaos absetzen. Franziska Wilbert, städtische Mobilitätsmanagerin, hat das Projekt gemeinsam mit den beiden Schulen seit Frühjahr 2016 vorbereitet. In einer Fachgruppe zum Thema Schulisches Mobilitätsmanagement hatte die Koordinierungsstelle Rhein-Sieg das Konzept „Elterntaxi“ zunächst vorgestellt und den städtischen Mitarbeitern praxisnah erläutert.

Die Grundschulen in Hand leiden allmorgendlich besonders stark unter dem Verkehrschaos der elterlichen Fahrzeuge, da der Zugang in einer sehr engen Straße bzw. in einer Sackgasse liegt und oftmals die Autos sich gegenseitig blockieren. „Die kurze Strecke zur Schule kann und soll jedes Kind auf eigenen Füßen bewältigen, das stärkt das Selbstvertrauen und gibt Sicherheit fürs Verhalten im öffentlichen Straßenraum“, erklärt Wilbert die Idee hinter der Anordnung der drei Haltestellen rund ums Schulgelände.

Der Weg bis zum Schultor ist auch für die Kleinsten nicht zu verfehlen, denn gelbe Fußabdrücke auf Pflaster und Asphalt weisen die Richtung – und warnen alle übrigen Verkehrsteilnehmer, dass hier Schüler unterwegs sind. Bei der Markierung dieser Fußstapfen durften die Schulkinder am Tag der Einweihung sogar selbst mithelfen.

Zum Gelingen des Projekts sollen außerdem eine bereits durchgeführte umfassende Elterninformation und das „Verkehrszähmer-Programm“ beitragen, bei dem die Klassen Bonus-Sterne sammeln können, wenn möglichst viele Kinder beim „Geh-Spaß“ mitmachen.

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet in diesem Artikel über das Projekt.

Stadt Bergisch Gladbach, Bereich Jugend und Soziales

Claudia Werker

Konrad-Adenauer-Platz 9

51465 Bergisch Gladbach

Tel.: 02202/142585; 02202/14702585

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