Bielefeld

  • Kreisfreie Großstadt mit zehn Stadtteilen
  • Mit rund 330.000 Einwohnern größte Stadt in der Region Ostwestfalen-Lippe
  • Anteil Kinder und Jugendliche an der Gesamtbevölkerung: 16,7 Prozent

Die Stadt Bielefeld nahm in der Zeit von April 2013 bis März 2016 als einzige deutsche Stadt neben Großstädten wie London, Mailand und Madrid am Europäischen Mobilitätserziehungsprojekt „STARS“ teil. Im Rahmen des Projektes arbeitete die Stadt eng mit 32 Bielefelder Schulen zusammen. Ein Teilprojekt war beispielsweise, Schülerinnen und Schüler von weiterführenden Schulen aktiv an der Schulweganalyse zu beteiligen: Während eines interaktiven Schulwegchecks im Februar 2015 nahmen die Jugendlichen wichtige Schulwegrouten genau unter die Lupe. Unterstützt wurden sie dabei von Verkehrsplanern. Im April 2015 präsentierten die Schülerinnen und Schüler der Verkehrsverwaltung in Bielefeld ihre Ergebnisse. Anhand der Risikoanalyse und Verbesserungsvorschläge wurden konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Schulwege erarbeitet, von denen bereits einige, durch Verbesserung der baulichen Infrastruktur oder der Leitsysteme, umgesetzt wurden.

Das STARS-Projekt ist im März 2016 ausgelaufen. Nun möchte die Stadt Bielefeld an die bereits erreichten Erfolge anknüpfen und die schulische Mobilitätserziehung wirksam, kindgerecht und nachhaltig fördern sowie langfristig etablieren. Kinder und Jugendliche sollen sich außerdem weiterhin aktiv an stadtplanerischen Prozessen beteiligen können und als Akteure ernst genommen werden. Ihre Wünsche und Vorschläge sollen sie im zukünftigen Stadtbild wiedererkennen können.

Gleichzeitig plant die Stadt, die schulische Infrastruktur gut und sicher auszubauen, damit die Schülerinnen und Schüler ebenso wie die Lehrer gerne und oft zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen.

Der Auftaktworkshop fand am 14. Dezember 2015 im technischen Rathaus Bielefeld statt. Unter den insgesamt 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren Verantwortliche aus verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung, die Schulleitung von vier Bielefelder Grundschulen sowie Akteure aus den Bereichen Integration und Jugendförderung. Während des Workshops, der durch zwei Berater des Planungsbüros STADTKINDER moderiert wurde, überprüften vier Arbeitsgruppen das Umfeld vier ausgewählter Bielefelder Schulen hinsichtlich der Spiel- und Freiraumqualität für Kinder. Als sehr hilfreich erweisen sich hierfür die Erkenntnisse zur Verkehrsmittelwahl (Modal-Split) und Schulwegdistanz der Schülerinnen und Schüler aus dem STARS-Projekt. Deutlich wurde, dass die Kinder aus den angrenzenden Wohnquartieren städtebaulich und topographisch bedingt unterschiedliche Rahmenbedingungen für Bewegung und selbständiges, freies Spielen vorfinden.

Die Arbeitsgruppen entwickelten Ideen für konkrete kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen und Projekte, mit deren Hilfe das Umfeld der Schulen im Sinne der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – Ein Gewinn für alle!“ künftig umgestaltet werden kann. Der rege Austausch zwischen den Schulen und den Mitarbeitern aus der Verwaltung hat dabei zu vielen konstruktiven und lösungsorientierten Ideen geführt.

Workshop „Naturnahe Spielräume“

Ein weiterer Workshop Anfang Juni 2016 setzte den Fokus auf „naturnahe Spielräume“. Ein Impulsvortrag durch Herrn Apel vom Planungsbüro STADTKINDER informierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Bedeutung und Möglichkeiten von Naturspielräumen. Bereits einzelne naturnahe Elemente wie zum Beispiel Natursteine können an geeigneten Standorten zum Spielen und Entdecken animieren.

Das Umweltamt der Stadt Bielefeld prüfte dazu im Vorfeld geeignete naturnahe Freiräume im Schulumfeld der vier „Projektschulen“ und stellte diese im Rahmen des Workshops vor. So konnten sich Verwaltung und Schulleitung darüber austauschen, wie naturnahes Spielen in den Lernplan eingebunden werden kann. Ziel ist es, attraktive Orte zu schaffen, die sowohl als Lernorte genutzt werden können, als auch von Kindern und Jugendlichen in ihrer Freizeit aufgesucht werden.

Daher war es wichtig zu analysieren, wie Kinder die Spielräume sicher erreichen können. Dazu untersuchten die Schulen mit Hilfe der „Schulwegdetektive“ ihr schulisches Umfeld. Ausgerüstet als Detektive (Maßband, Stoppuhr, Warnweste, Fotoapparat etc.) überprüften die Schülerinnen und Schüler ihren Schulweg und wiesen aus ihrer Sicht auf Gefahrenstellen hin.

Die Daten wurden in einem weiteren Schritt durch das Amt für Verkehr ausgewertet und flossen in das Konzept der Stadt Bielefeld ein.

Im Rahmen des Mobilitätsförderungsprojektes STARS (Laufzeit August 2013 bis März 2016) hat die Stadt Bielefeld viele Erfahrungen auf den Gebieten der Bewegungsförderung und Schulwegsicherheit gemacht. Ziel der Teilnahme an der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“ war es, diese Erfahrungen so aufzuarbeiten, dass sie künftig fester Bestandteil einer bewegungs- und kinderfreundlichen Unterrichts-, Ausstattungs- und Verkehrsplanung sind.

Deshalb hat die Stadt Bielefeld in ihrem Konzept den Schwerpunkt auf folgende Punkte gelegt:

  • sichere und kinderfreundliche Schulwege
  • die Implementierung einer bewegungsfreundlichen Schulkultur mit der Ausweisung von attraktiven außerschulischen Natur-Lernorten, die das bewegte Lernen und das Spielen in Naturräumen fördern.

Die Stadt Bielefeld hat sich dabei für ein ganzheitliches Vorgehen entschieden und viele Teilziele formuliert, die hinsichtlich ihrer erwarteten Wirkung ineinandergreifen und damit sicherstellen sollen, dass sich Kinder und Jugendliche in der Schule vermehrt sicher und umweltfreundlich bewegen.

Auch die Beteiligung von Kindern, Eltern und Schulen ist ein wichtiger Punkt im Konzept der Stadt Bielefeld. Sie führt Maßnahmen wie u.a. Mental Maps, Schulweganalysen und Planungswerkstätten auf.

Hier können Sie das gesamte Konzept der Stadt Bielefeld inklusive der entwickelten Strategie mit allen Teilprojekten einsehen.

Stadt Bielefeld, Amt für Verkehr

Fred Schelp

August-Bebel-Straße 92

33602 Bielefeld

Tel.: 0521/51-3500

Email: fred.schelp@bielefeld.de