Bocholt

  • Stadt im westlichen Münsterland, im Nordwesten Nordrhein-Westfalens
  • Mit rund 71.500 Einwohnern zweitgrößte deutsche Stadt an der deutsch-niederländischen Grenze
  • Anteil Kinder und Jugendliche an der Gesamtbevölkerung: 16,8 Prozent

„In Bocholt kommen Kinder mit einem Fahrrad auf die Welt“, heißt es redensartlich. Neben dieser angeborenen Leidenschaft der Bocholter zum Fahrrad unterstützen das Leitbild „Stadt der kurzen Wege“ und zahlreiche radverkehrsfördernde (Infrastruktur-)Maßnahmen die Entwicklung Bocholts zu einer der fahrradfreundlichsten Städte bundesweit. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Bocholt erfolgreich als Fahrradstadt etabliert, die heute bereits einen Radverkehrsanteil von über 30 Prozent aufweist.

Gute Voraussetzungen also für Kinder und Jugendliche, um sich selbständig und sicher auf Schul- und Freizeitwegen fortzubewegen. Um die Situation stetig zu verbessern, führt der Fachbereich Jugend, Familie, Schule und Sport im 3- Jahres-Rhytmus an allen Grundschulstandorten in Bocholt Kinderkonferenzen durch. Den Kindern wird die Möglichkeit gegeben, ihre Anliegen zu verschiedenen Themenfeldern zu äußern und über ihre Erfahrungen im Straßenverkehr zu berichten. Diese Angaben werden an die zuständigen Stellen innerhalb der Stadtverwaltung weitergeleitet. Die Fachstellen prüfen die Angaben und veranlassen bedarfsgerechte Maßnahmen.

Zwei Tochterunternehmen der Stadt Bocholt, die Stadtwerke Bocholt GmbH und die Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft der Stadt Bocholt (EWIBO) sind an vielen Planungsprozessen der Stadt beteiligt. Während die Stadtwerke Bocholt GmbH als kommunales Energieunternehmen über umfangreiches Know-How im Bereich der Elektromobilität verfügt, setzt sich die EWIBO für eine sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung Bocholts ein. Beide Unternehmen arbeiten dabei interdisziplinär und beziehen die Interessen von Kindern und Jugendlichen ein.

Die Stadt Bocholt hat sich zum Ziel gesetzt, ein nachhaltiges und integriertes Mobilitätskonzept zu entwickeln. Es soll die Mobilitätsbedürfnisse der Bocholter Bürgerinnen und Bürger zusammenfassen und Handlungsoptionen für eine zukunftsfähige Mobilitätsentwicklung aufzeigen. In diesem Konzept sollen auch die besonderen Ansprüche der jungen Bocholter an die (Frei-)Räume der Stadt verankert werden.

Das Andocken einer individuellen Beratung im Rahmen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für alle!“ an das zu erarbeitende Mobilitätskonzept eröffnet die Möglichkeit, die Inhalte der Kampagne nachhaltig in zukünftige stadt- und verkehrsplanerische Maßnahmen in Bocholt einzubinden.

Wichtig ist es der Stadt Bocholt dabei, interdisziplinär zu Arbeiten und verschiedene Akteure in die Arbeitsgruppe einzubinden. Dazu gehört u.a. die Stadtwerke Bocholt GmbH, welche die Koordination übernimmt, und die Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft der Stadt Bocholt (EWIBO). Auch der Fachbereich Jugend, Familie, Schule und Sport wird in der Arbeitsgruppe mitwirken, um die Belange der Kinder und Jugendlichen zu vertreten.

Der Auftaktworkshop fand am 13.02.2017 im Europa-Haus Bocholt statt. Unter den insgesamt elf Teilnehmenden waren sowohl MitarbeiterInnen verschiedener städtischer Fachbereiche als auch der Schulleiter der Gesamtschule Bocholt sowie jeweils ein Mitarbeiter der Bocholter Energie- und Wasserversorgung GmbH (BEW) und der Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft der Stadt Bocholt (EWIBO). Zwei Mitarbeiterinnen des Planungsbüros STADTKINDER standen den Teilnehmenden beratend und unterstützend bei der Erarbeitung von Projektideen zur Seite.

Ziel des Workshops war es, bestehende Projekte in Bocholt mit den Zielen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“ zu verknüpfen. Bereits im Vorfeld des Workshops stellte sich im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes (IHK) für das Quartier Fildeken-Rosenberg zudem heraus, dass insbesondere im Bereich der Schülerverkehre rund um die Gesamtschule Bocholt Handlungsbedarf besteht. Diese genauer zu betrachten war somit ein weiteres Ziel des Workshops.

Um neben dem inhaltlichen Schwerpunkt Gesamtschule auch weitere Themen zu identifizieren, die sich mit den Inhalten der Kampagne verknüpfen lassen, erstellten die Teilnehmenden zunächst eine Übersicht über laufende Projekte mit Bezug zu den Themenfeldern Verkehr, Schule und Stadtplanung.

Nach dieser allgemeinen Sammlung von Projekten wurde der Fokus auf das Umfeld der Gesamtschule Bocholt gelegt. In einer gemeinsamen Diskussion erörterten die Teilnehmenden die Ausgangslage, die bestehenden Herausforderungen und mögliche Rahmenbedingungen für eine Verbesserung des Schulumfeldes.

Als wichtigste Ziele stellten sich einerseits die räumliche Sortierung der verschiedenen Schülerverkehre per Bus, Rad, und zu Fuß sowie per „Elterntaxi“ und andererseits die Verbesserung der Verkehrssituation, vor allem aus Sicherheitsgründen, heraus. Dafür sind die Organisation des Busverkehrs sowie die Finanzierung einer möglichen neuen Haltestelle zu klären. Wichtig ist außerdem die Verknüpfung des Freiraumkonzeptes für den Schulhof mit den Maßnahmen der Verkehrssicherung.

Streifzüge durch Bocholt

Am 19. September 2017 fanden in Bocholt im Quartier Fildeken-Rosenberg Streifzüge mit Kindern der Grundschule Biemenhorst sowie der Gesamtschule Bocholt statt. Beide Schulen stellten jeweils eine Gruppe mit Kindern und Jugendlichen. Der Verein jusina e.V. organisierte die Streifzüge und das Büro STADTKINDER sowie Mitarbeiterinnen der Schulsozialarbeit in Bocholt begleiteten sie.

Die zwei Gruppen betrachteten das Quartier im Hinblick auf Frei- und Spielräume, die Verkehrssituation insbesondere der Rad- und Fußwege sowie auch auf Sicherheit und Sauberkeit. Treffpunkte und Lieblingsorte benannten die Kinder ebenso wie Problemstellen oder Gefahrenpunkte.

Die Kinder äußerten viele Ideen und Anregungen. Insgesamt bemängelten sie, dass viele Flächen im Stadtteil nur Rasen sind und nicht genutzt werden dürfen. Daher gilt es, die Freiraumqualität in diesen Grünräumen zu stärken und den Gebrauchswert der Flächen zu erhöhen. Auch die Vernetzung der grünbetonten Freiräume muss verbessert werden.

Ziel soll es nun sein, die Ergebnisse der Streifzüge sowie das Konzept, welches im Rahmen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“ erstellt wird, mit dem Integrierten Handlungskonzept für Fildeken-Rosenberg zu verknüpfen und in die Maßnahmenplanung einzubinden. Ebenso sollen Kinder und Jugendliche weiterhin beteiligt werden. Das hohe kreative und innovative Potenzial von Kindern und Jugendlichen ist für die Entwicklung von Projektansätzen unbedingt zu nutzen.

Alternativer Bushaltestellenstandort an der Gesamtschule Bocholt

Beim Auftaktworkshop der Stadt Bocholt nahmen die Teilnehmenden die Verkehrssituation rund um die Gesamtschule Bocholt in den Fokus. Schnell wurde deutlich: Es besteht Optimierungsbedarf, insbesondere was die Bushaltestelle Rheinstraße an der Gesamtschule betrifft. Der Bürgersteig ist schmal und bietet nicht ausreichend Platz, um den steigenden Schülerzahlen gerecht zu werden.

Um einen alternativen Bushaltestellenstandort auszumachen, fanden in Bocholt zwei Termine zur Auswahl statt: Beim ersten Termin im März 2017 trafen sich Verantwortliche aus verschiedenen Bereichen – u.a. zwei Mitarbeiter des Tiefbauamtes Bocholt, ein Mitarbeiter des StadtBus Bocholt, der Schulleiter der Gesamtschule sowie Vertreter der Polizei – gemeinsam mit Frau Lehmann vom Planungsbüro STADTKINDER zu einer Ortsbegehung des gesamten Umfeldes der Gesamtschule.

Die Teilnehmenden betrachteten die verschiedenen Verkehrswege der SchülerInnen und legten fünf mögliche Alternativstandorte zur Haltestelle Rheinstraße fest.

Nachdem die möglichen Alternativstandorte geprüft wurden, blieben zwei Varianten übrig. Der Teilnehmerkreis der ersten Ortsbegehung traf sich daraufhin im Juli 2017 ein zweites mal, um die beiden Varianten mit einem Gelenkbus durchzuspielen und zu bewerten. Das Ergebnis: Die Teilnehmenden wählten den Fidelkesweg als alternativen Haltestellenstandort aus und beschlossen eine Testphase ab der zweiten Schulwoche nach den Sommerferien bis zu den Herbstferien im Zeitraum vom 04.09.2017 bis zum 20.10.2017.

 

Hier gibt es das Konzept der Stadt Bocholt zum Download

Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft der Stadt Bocholt mbH

Christoph Hollmann

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