Bottrop

  • Kreisfreie Großstadt im Ruhrgebiet
  • Rund 116.000 Einwohner in 17 Stadtteilen
  • Anteil Kinder und Jugendliche an der Gesamtbevölkerung: 18 Prozent

Schon seit über 10 Jahren überprüft die Stadtverwaltung alle neuen baulichen Maßnahmen auf Kinderfreundlichkeit. Dafür hat sie Kriterien für eine kinderfreundliche Stadtentwicklung erstellt.

An einzelnen Projekten konnten sich Kinder und Jugendliche auch direkt beteiligen: 2005 entstanden auf dem Kirchplatz in der Bottroper Innenstadt neue Spielgeräte, die Kinder und Erwachsene gemeinsam gestalteten. 2013 ging es ähnlich kreativ zu, als Kinder im Rahmen des jährlich stattfindenden Verkehrssicherheitstages ihre eigenen Verkehrsschilder entwerfen konnten.

Zusätzlich sorgen gezielte Maßnahmen der Verkehrserziehung und Aktionen für einen sicheren Schulweg dafür, dass Kinder und Jugendliche sich in der Stadt eigenständig mobil und sicher fortbewegen können.

Die Stadt Bottrop möchte sich in allen Fragen der Kinderfreundlichkeit weiterentwickeln. Sie möchte die Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – Ein Gewinn für alle!“ mit bereits laufenden Projekten vernetzen und durch neue Ideen im Sinne der Kampagne ergänzen. Dadurch werden Synergien geschaffen, durch die Fördertöpfe bestmöglich und effektiv genutzt werden können.

Am Beispiel eines passenden Stadtteilgebiets soll ein Modell für eine kinderfreundliche Stadtgestaltung entstehen. Ziel ist es, dieses Modell anschließend auch auf andere Stadtteile zu übertragen, sodass in Bottrop Viertel für Viertel mehr Freiräume für Kinder entstehen.

Der Auftaktworkshop fand am 15. Dezember 2015 im Saalbau Bottrop statt und wurde von zwei Beratern des Planungsbüros STADTKINDER unterstützend begleitet. Die insgesamt 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestimmten zunächst ein Referenzquartier, anhand dessen sie im Anschluss die Aspekte „Verkehrssicherheit“ und „Freiraum“ diskutierten. Wichtige Kriterien bei der Auswahl des Stadtgebiets waren unter anderem, dass dort viele Kinder leben und aktuell noch wenige Freiräume vorhanden sind. Die Teilnehmer einigten sich auf ein erweitertes Gebiet der Innenstadt, in dem sehr viele Kinder wohnen und auch zahlreiche Institutionen vorhanden sind.

Drei Arbeitsgruppen beschäftigten sich im Anschluss mit der Frage, wie man den Anteil an Freiräumen in diesem Gebiet langfristig erhöhen kann. Außerdem analysierten die Arbeitsgruppen, welche schon geplanten Vorhaben einzelner Fachämter mit den Zielen der Kampagne übereinstimmen und daher gut mir ihr verknüpft werden können.

Zum Schluss erfolgte aus den vorgestellten Ergebnissen im Plenum die Auswahl von Starterprojekten für das Jahr 2016. Dazu gehören beispielsweise Einzelaktionen wie der „Park-Statt-Parken-Tag“ und der „Verkehrssicherheitstag“, die mit Mitteln der Kampagne ergänzt und unterstützt werden sollen. Außerdem bestimmten die Workshop-Teilnehmer konkrete Maßnahmen, die in dem im Workshop ausgewählten Stadtteil langfristig mehr Freiräume schaffen und Kinder zur eigenständigen Mobilität motivieren – zum Beispiel durch neue Kinderkreuzungen und Fahrradstraßen, eine wiedereröffnete Skateanlage und einen Gemeinschaftsgarten.

Wiedereröffnung Skateranlage Ehrenpark

Im August 2012 wurde der Ehrenpark als Mehrgenerationenpark nach einigen Umbaumaßnahmen mit u.a. Kinderspielgeräten, Klettermöglichkeiten, einer Skateranlage und Senioren-Fitnessgeräten neu eröffnet. Aufgrund von Lärmemissionen musste die Skateranlage am Ehrenpark über ein Jahr geschlossen werden. Nach der Errichtung von Lärmschutzwänden konnte diese am 12.07.2016 wieder eröffnet werden. Die Anlage erfreut sich seitdem wieder einer intensiven Nutzung durch Kinder und junge Erwachsene.

Foto © Stadt Bottrop

Straßenspiel an Flüchtlingsstandorten

Das Spielmobil des Fachbereichs Jugend und Schule der Stadt Bottrop hat im Jahr 2016 an sämtlichen Standorten, in denen in Bottrop Flüchtlinge bzw. Flüchtlingskinder untergebracht waren, Angebote gemacht. Der Spielbus besuchte dazu verschiedene Unterkünfte.

Im Rahmen dieser Besuche war den Kindern und Jugendlichen eine Teilnahme an sämtlichen Angeboten möglich. Sie erstreckten sich über kreative Bastel- und Werkangebote und zahlreiche Spielmöglichkeiten.An den jeweiligen Standorten nutzten nicht nur Flüchtlingskinder das Angebot, sondern auch Bottroper Kinder aus der Umgebung. So ermöglichte dieses Spielangebot ein schnelles, einfaches und kreatives Kennenlernen und förderte das Miteinander.

Foto © Stadt Botropp

Hol- und Bringzonen

Auf dem Gleiwitzer Platz wurde am 10.11.2016 die erste Hol- und Bringzone in Bottrop für Schulkinder eingerichtet. Künftig können Eltern ihre Kinder an dieser Stelle ein- und aussteigen lassen. Ziel ist es, die „Elterntaxis“ von den Schulen wegzulotsen.

Vom Gleiwitzer Platz aus haben die Kinder jetzt einen etwa 400 Meter langen Schulweg. Das hat zahlreiche Vorteile: Durch den Spaziergang kommen die Schülerinnen und Schüler wacher in der Schule an. Der Weg bietet ihnen zudem die Möglichkeit, ihre Umgebung zu entdecken und sie werden selbständiger.

Park statt Parken-Tag

Am 24.09.2016 fand in Bottrop der erste Park statt Parken-Tag statt. Bei dem Aktionstag wurden einzelne Parkflächen in Oasen umgestaltet. Bei Bürgern und Händlern sollte hierdurch das Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Parkraum verlorener Lebensraum ist.

Nutzungsbeispiele für diese Oasen waren Ruhe- und Leseräume, Spielräume, mobile Grünräume, Bewegungsräume, Kunstaktionen und Gastronomie. Hierdurch erlebten die Bürger hautnah, welche Lebensqualität ihnen durch die vielen Parkflächen verloren geht. Die Aktzeptanz für ristriktive Maßnahmen wie Parkraummanagement oder Verkehrsberuhigung wird hierdurch erhöht und Bürger werden dazu angeregt, über ihr eigenes Mobilitätsverhalten nachzudenken.

Fotos © Stadt Bottrop

Verkehrssicherheitstag „Sicher durch Bottrop“

Beim Auftaktworkshop im Dezember 2015 beschlossen die Teilnehmenden, den „Verkehrssicherheitstag“ in der Bottroper Innenstadt als Starterprojekt der Kampagne ganz besonders den kleinen Verkehrsteilnehmern zu widmen.

Unter dem Motto „Sicher durch Bottrop“ stieg am Samstag, den 18.06.2016 von 10 – 14 Uhr die Veranstaltung auf dem Berliner Platz. Die Kinder konnten sich an zahlreichen Mitmachaktionen beteiligen: Neben dem Straßenmemory mit den Kampagnenmotiven und verschiedenen Bastelaktionen lud Kinderliedermacher Rainer Niersmann zum gemeinsamen Singen und Bewegen unter dem Motto „Sicher durch Bottrop“ ein. Am Spielmobil „Rollmobs“ konnten die jungen Besucher Reflektoren basteln und einen Spieleparcours absolvieren. Polizei und Verkehrswacht informierten über richtiges Verhalten beim Busfahren oder in einer Hol- und Bringzone und zwei Crashtests demonstrierten eindrucksvoll das Risiko hoher Geschwindigkeit.

Das Planungsbüro STADTKINDER, das bereits die Auftaktworkshops in den Partnerkommunen der Kampagne begleitete, unterstützte beim Verkehrssicherheitstag das Bottroper Stadtplanungsamt an seinem Aktionsstand. Dort wurden Kinder befragt, wie sie heute zur Schule kommen und wie sie sich vorstellen, wie man in der Zukunft zur Schule kommt. Außerdem konnten die Kinder aufzeichnen oder aufschreiben, wie sie sich einen Straßenraum vorstellen, wenn sie ihn gestalten können und wie sie ihn dann nutzen würden – das Ergebnis ist im Wesentlichen „Spielen“.

Fotos © Stadt Bottrop

Kinder haben ein natürliches Bedürfnis nach Bewegung, Abenteuern, Freiheit, aber auch Sicherheit und Schutz. Genau hier soll das Konzept der Stadt Bottrop ansetzen und diesem Bedürfnis Rechnung tragen. Das Konzept beruht daher auf den folgenden zentralen Zielen und Leitvorstellungen:

  • Eine Förderung der Selbständigkeit und der eigenständigen Mobilität von Kindern und Jugendlichen zur sicheren Teilnahme am Verkehr
  • Eine Stärkung von deren Bewegungskompetenzen
  • Die Ermöglichung eines gesunden Aufwachsens
  • Die Einbeziehung dieser Zielgruppen in konkrete Planungen
  • Die Realisierung von sicheren, lebenswerten Straßen
  • Die Gestaltung attraktiver Freiräume

Das Konzept beschreibt eine Vielzahl an Projekten, die im Rahmen der Kampagne durchgeführt wurden und beschreibt konkrete Maßnahmen, die auch in Zukunft (weiterhin) umgesetzt werden sollen.Zum Beispiel soll der Park statt Parken-Tag fortlaufend einmal jährlich fortgeführt werden. Auch viele weitere neu eingerichtete Maßnahmen wie Hol-und Bringzonen und die wiedereröffnete Skateranlage bleiben natürlich erhalten.

In Zukunft plant die Stadt Bottrop zahlreiche weitere Maßnahmen, u.a. ein Kinderbuch zum Thema Nachhaltige Mobilität, eine Radroute im Rahmen des Projektes „Ring der Nahmobilität“, das Projekt „Quartier in Bewegung“, verkehrsberuhigte Bereiche, Spielstraßen auf Zeit, Kinderkreuzungen und Fahrradstraßen sowie ein Verkehrsspielplatz für jüngere Kinder.

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie die verwaltungsinterne Zusammenarbeit werden dabei eine große Rolle spielen. Im Rahmen der Kampagne wurde der Arbeitskreis „Mehr Freiraum für Kinder“ initiiert, bestehend aus einer Kerngruppe aus den relevanten Ämtern und Fachbereichen. Je nach thematischem Bezug sollen weitere Ämter punktuell hinzugezogen werden.

Hier können Sie das gesamte Konzept der Stadt Bottrop einsehen.

Stadtplanungsamt – Abteilung Verkehrsplanung

Sylvia Staudt

Luise-Hensel-Straße 1

46236 Bottrop

Tel.: 02041/703338

Email: sylvia.staudt@bottrop.de