Duisburg

  • Kreisfreie Großstadt im Herzen der Metropolregion Rhein-Ruhr
  • Mit knapp 500.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Anzahl Kinder und Jugendliche an der Gesamtbevölkerung: 15 Prozent

Die Stadt Duisburg hat bereits eine Vielzahl regelmäßiger Aktionen zum Thema Mobilität und Verkehr mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt – unter anderem als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrrad- und fußgängerfreundlicher Städte e.V. (AGFS) und im Rahmen der Verkehrssicherheitskampagne „Duisburg. Aber sicher!“. Dadurch sind die verschiedenen Akteure aus dem schulischen Umfeld und aus den Bereichen Verkehr und Infrastruktur bereits gut vernetzt. Dank dieser guten Vernetzung konnte die Stadt bereits viele Freiräume für Kinder schaffen. Sie hat beispielsweise sämtliche Schulhöfe als Quartiersspielplätze gestaltet, fünf „Shared Space“-Plätze und zwei Verkehrsübungsplätze geschaffen und verschiedene Grünflächen und öffentliche Plätze so erneuert, dass sie Kinder und Familien zum Spielen im Freien einladen. Bei vielen dieser Projekte waren Kinder und Jugendliche aktiv in die Planung einbezogen.

Die Stadt Duisburg möchte ihr Engagement hin zu einer kinderfreundlichen Stadt und damit auch die Möglichkeiten zum Bewegen und Spielen in öffentlichen Räumen weiter fördern. Dazu sollen die verschiedenen, bereits vorhandenen Ansätze zusammengeführt werden. So entsteht ein inhaltliches Gesamtkonzept, das auf die Ziele der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – Ein Gewinn für alle!“ hinarbeitet. Ziel ist es, das Thema „Freiräume für Kinder“ als eigenständiges Handlungsfeld in allen Arbeitsbereichen der Kommune zu verankern.

Außerdem plant die Stadt, verschiedene temporäre Spielaktionen im Straßenraum und/oder auf einem Marktplatz durchzuführen – koordiniert und öffentlichkeitswirksam unter dem Dach der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder“.

Ein weiteres Arbeitsfeld, bei dem die Stadt Handlungsbedarf sieht, ist das Thema „Elterntaxi“. Der Hol- und Bringverkehr im Umfeld der Duisburger Schulen führt zu zahlreichen Problemen. Hier möchte die Stadt umwelt- und kinderfreundliche Alternativen entwickeln.

Der Auftaktworkshop fand am 17. Dezember 2015 im Fortbildungszentrum Lüderitzerallee in Duisburg statt. Unter den insgesamt 13 Teilnehmenden waren sowohl Verantwortliche aus verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung sowie ein Vertreter der Polizei und des VRR als auch Akteure aus den Bereichen Verkehrserziehung und Stadtteilförderung. Zusätzlich waren zwei Berater des Planungsbüros STADTKINDER zur Unterstützung anwesend.

Im Fokus des Workshops stand das Thema „Elternhaltestellen“. Da viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto bis zum Schuleingang bringen, entstehen rund um die Schulen zahlreiche Gefahrenzonen: Die Autos sorgen nicht nur für Stau und Abgase, autofahrende Eltern werden zur Unfallursache und zur Bedrohung für Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Die sogenannten Elternhaltestellen befinden sich zwar auch im Umfeld der Schulen, aber nicht direkt am Eingang. Kombiniert mit Wegmarkierungen und Querungshilfen auf dem restlichen Fußweg zur Schule können sie die Verkehrssituation rund um Schulen entschärfen.

In Kleingruppenarbeit betrachteten die Workshop-Teilnehmer unter diesem Aspekt das Umfeld einer Grundschule im Duisburger Süden. Die Grundschule verfügt bereits über eine Elternhaltestelle – die von den meisten Eltern auch angenommen wird. Ausgehend von dieser Situation schlugen die Arbeitsgruppen verschiedene Lösungen vor, um die Verkehrssicherheit im Quartier und für die Schülerinnen und Schüler weiter zu erhöhen. Einerseits sind weitere Elternhaltestellen angedacht, andererseits sollen die Wege von den Elternhaltestellen zur Schule attraktiv gestaltet und mit Wegmarkierungen und Querungshilfen ergänzt werden. Sowohl die Schule als auch die Schüler und die Bewohner sollen sich daran aktiv beteiligen können.

Im Plenum wurden zudem weitere Themen und laufende Projekte eingebracht, die mit der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – Ein Gewinn für alle!“ verknüpft werden können.

Zweiter Workshop im Stadtteilbüro Hochfeld

Am 16.06.2016 fand im Stadtteil Hochfeld ein weiterer Workshop statt. Duisburg-Hochfeld, der jüngste, aber auch der ärmste Stadtteil in Duisburg, gilt als klassischer „Ankommenstadtteil“, in dem sich eher sozial schwache Neubürger konzentrieren. Der „Grüne Ring“ prägt den Stadtteil und wird von der Bevölkerung in der Freizeit genutzt, während der Rheinpark zu weit entfernt oder als Ziel nicht bekannt ist. Dennoch spielen auch am Grünen Ring Zugänglichkeit, Sauberkeit und Sicherheit eine große Rolle. Ziel des Workshops war es, die Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder“ inhaltlich mit den Aktivitäten für eine Verbesserung des Wohnumfelds in Hochfeld zu verküpfen. Im Workshop wurden dafür Handlungsfelder identifiziert, wie zum Beispiel Verkehr & Mobilität, Wohnumfeld & öffentlicher Raum, Spiel & Sport, Grün- & Freiräume sowie Beteiligung junger Menschen. Diese Punkte flossen in das Konzept der Stadt Duisburg mit ein.

Aktion: Streifzüge durch Hochfeld

Eine erste konkrete Aktion waren die „Streifzüge“ durch Hochfeld, bei denen Kinder aus dem Stadtviertel die Möglichkeit hatten, ihre Wünsche für mehr Spielraum direkt den Vertretern der Stadt und der Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EGDU) zu vermitteln.

Auf der Grundlage der Projektarbeit im Rahmen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für Alle“ hat die Stadt Duisburg einen Leitfaden zur Planung für und mit Kindern und Jugendlichen erarbeitet.

Das Konzept beinhaltet verschiedene Maßnahmemöglichkeiten, mit denen man die Stadt kinder- und jugendgerechter gestalten kann. Dazu gehören:

  • Verkehrszähmer-Programm
  • Walking Bus
  • Elternhaltestellen
  • Schulwegpläne / Schulwegratgeber
  • Sichere und attraktive Gestaltung von Straßen und Wegen
  • Schulwegmarkierungen
  • Bewegungsaktivierende (bespielbare) Infrastruktur
  • Optimierung von Ampelphasen für Fußgänger
  • Fahrradabstellanlagen

Zusätzlich beinhaltet das Konzept konkrete Möglichkeiten zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, beispielsweise durch Streifzüge, Mental Maps, eine Zukunfts- sowie eine Planungswerkstatt und Mitbauaktionen.

Ende 2016 hat sich die Stadt Duisburg auf das Förderprogramm „Kommunales Mobilitätsmanagement“ des Zukunftsnetzes Mobilität NRW, unterstützt durch das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW, beworben, und wurde durch eine Jury für die Teilnahme am Förderprogramm ausgewählt. Innerhalb eines zukünftigen Verkehrsentwicklungsplans und im Rahmen des Kommunalen Mobilitätsmanagements kommt den Belangen von Kindern und Jugendlichen eine besondere Bedeutung zu. Die Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“ ist somit erst der Anfang eines Prozesses, der innerhalb der Stadt- und Verkehrsplanung fortgesetzt wird.

Hier können Sie das gesamte Konzept der Stat Duisburg einsehen und herunterladen.

Stadt Duisburg

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