Ibbenbüren

  • Stadt im Münsterland am Fuße des Teutoburger Waldes
  • Mit rund 53.000 Einwohnern größte Stadt der westfälischen Region Tecklenburger Land
  • Anteil Kinder und Jugendliche an der Gesamtbevölkerung: 20,2 Prozent

Im Mai 2015 hat die Stadt Ibbenbüren das Büro „Planergruppe GmbH Oberhausen“ beauftragt, den Spielflächenbedarf und die Qualität der vorhandenen Spielangebote zu prüfen und daraufhin eine Spielplatzleitplanung für das gesamte Stadtgebiet zu erstellen.

Ziel war es, der Stadt Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, für jede Altersgruppe in angemessener Entfernung dauerhaft ausreichende, anregende und zeitgemäße Spielmöglichkeiten bereitzustellen. Das Ergebnis: Vor allem im Kernsiedlungsbereich der Stadt, wo es wenige naturnahe Freiräume zum Spielen und Bewegen gibt, sollen so genannte „Leuchtturmspielplätze“ oder auch „Quartierspielplätze“ aus- und umgebaut werden.

Das Thema Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Planungsprozessen ist ein ausgewiesenes Ziel des Stadtentwicklungskonzepts von Ibbenbüren. Seit mehreren Jahren werden Zukunftswerkstätten und Jugendworkshops durchgeführt, bei denen Jugendliche ihre Ideen, Vorschläge und Wünsche für die Zukunft ihrer Stadt erarbeiten und einbringen können.

Mit der Spielplatzleitplanung hat die Stadt Ibbenbüren sichergestellt, dass Kindern und Jugendlichen in Zukunft zeitgemäße Spielmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Wichtig ist nun eine externe Unterstützung und Hilfestellung, um der Stadt aufzuzeigen, wie bestehende Verkehrs- und Grünstrukturen genutzt und/oder umgestaltet werden können, um für Kinder und Jugendliche sichere Spielräume auch außerhalb von Spielplätzen langfristig bereitstellen zu können.

Die Stadt möchte nicht nur Spielplätze, sondern die Gesamtstadt und ihre Bespielbarkeit in den Blick nehmen. Dabei ist es wichtig, Wohngebiete und Straßen so zu gestalten, dass ein sicheres Spielen auf der Straße und auf dem Weg zum benachbarten Spielplatz, zum Schulhof oder zum Bolzplatz möglich ist.

Erst durch die Verschmelzung der Spielplatzleitplanung mit einer kinderfreundlichen Stadt- und Verkehrsplanung hat die Stadt Ibbenbüren die Chance, noch kinder- und jugendfreundlicher zu werden. Im Rahmen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für alle!“ möchte sie daher ein Konzept zum Thema „Bespielbare Stadt“ erarbeiten. Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist dabei auch weiterhin ein wichtiger Punkt.

Der Auftaktworkshop fand am 14.12.2016 im Rathaus Ibbenbüren statt. Insgesamt nahmen 16 Personen daran teil. Darunter waren auch zwei Mitarbeiter des Planungsbüros STADTKINDER, die den Mitarbeitern verschiedener städtischer Ämter und den politischen Vertretern aus Ibbenbüren unterstützend und beratend zur Seite standen.

Frau Peterburs vom Planungsbüro STADTKINDER zeigte den Teilnehmern in einer anschaulichen Präsentation, welche Inhalte und Themenfelder im Rahmen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für alle“ in Ibbenbüren umgesetzt werden könnten.

Mit diesem Input und mit einem neuen Blick nahmen die Teilnehmenden die aktuellen und geplanten Projekte in Ibbenbüren genauer unter die Lupe. Auf vier großen Plakaten stellte Herr Manteuffel aus dem Fachdienst Stadtplanung insgesamt acht Projektideen vor. Dazu gehörten u.a. die multifunktionale Nutzung des öffentlichen Raumes im Musterquartier Brockwiesenstraße, die gute und sichere Vernetzung von Spielflächen in der Stadt, ein Mobilitätskonzept Schule für die Verkehrssicherheit an Schulen und KiTas sowie die ein Konzept zur Bespielbarkeit der Innenstadt.

Die Teilnehmer konnten anschließend eine Projektidee auswählen, die sie im Rahmen der Kampagne vorranging vertiefen möchten. Die meisten Stimmen erhielt das Musterquartier Brockwiesenstraße. Das Neubaugebiet ist ein aktuell anstehendes Wohnbauprojekt im Westen der Stadt. Es soll zum Anlass genommen werden, eine multifunktionale Nutzung des öffentlichen Raumes zu ermöglichen und bei erfolgreicher Umsetzung eine Impulswirkung auf andere neue und bestehende Quartiere ausüben. Mithilfe eines Entwurfs zum aktuellen Planungsstand sammelten die Workshopteilnehmer im Plenum gemeinsam Ideen für eine kinderfreundliche Quartiersplanung.

Auch die anderen Projektideen fanden bei den Teilnehmern großen Anklang. So soll z.B. die Projektidee „Innenstadt als Spielraum“ dazu führen, dass Kinder im öffentlichen Raum, auch außerhalb von Spielplätzen, viele Möglichkeiten und Freiräume zum Spielen und Bewegen finden.

Verwaltungsinterner Workshop „Bespielbare Stadt Wallheckenweg“

Ende Mai und Ende Juni 2017 fanden in Ibbenbüren Workshops zur „Bespielbaren Stadt Wallheckenweg“ statt. Anwesend waren jeweils fünf MitarbeiterInnen der Stadt Ibbenbüren sowie mehrere MitarbeiterInnen des Planungsbüros STADTKINDER.

Ziel der Workshops war es, ein Konzept unter dem Motto „Bespielbare Stadt“ für das Neubaugebiet Wallheckenweg zu entwickeln. Wichtige Fragen, um die es im Workshop ging: „Wie soll der öffentliche Raum gestaltet werden?“ und „Wie viel Raum wird dafür gebraucht?“

Frau Lehmann vom Planungsbüro STADTKINDER gab in einem Vortrag zunächst Impulse, wie die Stadt als Spiel- und Bewegungsraum gestaltet werden kann und vermittelte Impressionen zu den Themen Spielen, Sport, Bewegen, Nachbarschaft, temporäre Aktionen und Beteiligung.

Zu den unterschiedlichen Teilbereichen entwickelten die Teilnehmenden im Anschluss konkrete Ideen, die daraufhin geprüft, teilweise in den Bebauungsplan des Neubaugebietes eingearbeitet und im zweiten Workshop dann weiter vertieft wurden.

Der Verstetigungsworkshop fand am 19.12.2017 im Rathaus Ibbenbüren statt. Unter den insgesamt 13 Teilnehmenden waren die MitarbeiterInnen verschiedener städtischer Ämter und Fachbereiche. Neben dem Baudezernat  waren der Fachdienst Jugend und Familie sowie die Bereiche Grün-, Verkehrs- und Stadtplanung vertreten. Auch mehrere VertreterInnen verschiedener politischer Fraktionen waren anwesend.  Frau Spierts vom Zukunftsnetz Mobilität NRW sowie Frau Hüls und Herr Apel vom Planungsbüro STADTKINDER standen den Teilnehmenden beratend zur Seite.

Ziel des Workshops war zum einen der Blick auf die Ergebnisse der einzelnen Projekte, welche die Teilnehmenden beim Auftaktworkshop als besonders relevant erachtet haben. Zum anderen ging es um die Frage, wie die begonnenen Prozesse in Ibbenbüren verstetigt werden können.

Dabei ging es u.a. um folgende Themen:

      • Quartier WallheckenwegWährend der Laufzeit der Kampagne fanden bereits mehrere Workshops zum Thema „Bespielbare Stadt Wallheckenweg“ statt. Die Teilnehmenden des Verstetigungsworkshops betrachteten noch einmal einzelne Aspekte und den aktuellen Stand. Sie bewerteten die Planung insgesamt als sehr positiv, insbesondere den ämterübergreifenden Kooperationsprozess.
      • Innenstadt als Spielraum
      • Mobilitätskonzept Schule & Gestaltungskatalog Spielstraßen
      • Kinder- und Jugendförderplan
      • Verankerung des Qualitätsziels Kinder- und FamilienfreundlichkeitDie Grundhaltung der Stadtverwaltung Ibbenbüren bildet eine hervorragende Ausgangslage für die Umsetzung und Weiterführung der Kampagne in Ibbenbüren. Die Kampagne hat dazu beigetragen, die Berücksichtigung der Belange und die Beteiligung  von Kindern und Jugendlichen in der Stadtentwicklung zu stärken und zu konkretisieren.

Hier gibt es das Konzept der Stadt Ibbenbüren zum Download

Stadt Ibbenbüren, Fachdienst Stadtplanung

Uwe Manteuffel

Alte Münsterstraße 16

49477 Ibbenbüren

Tel.: 05451/931-727

Email: Uwe.Manteuffel@ibbenbueren.de