Jülich

  • Mittelgroße Stadt an der Rur, im Kreis Düren
  • Rund 34.000 Einwohner
  • Anteil Kinder und Jugendliche an der Gesamtbevölkerung: 15,5 Prozent

Um die Belange von Kindern und Jugendlichen in der Stadtverwaltung zu verankern, sind in Jülich das Schulamt und das Amt für Familie, Generationen und Integration übergreifend miteinander vernetzt. Bei der Spielplatzbedarfsplanung besteht außerdem eine Zusammenarbeit mit der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG), dem Tiefbauamt und dem Ordnungsamt.

In Kooperation von Ordnungsamt und Polizei wird das Konzept „Sicherer Schulweg“ regelmäßig überarbeitet. Bei den Verkehrsschauen in Jülich stehen die Themen „Sicherheit von Kindern und Jugendlichen“ und die Beobachtung der Verkehrssituationen vor Schulen und Kindergärten auf der Tagesordnung. Der städtische Klimaschutzmanager arbeitet mit den Schulen und Kitas im Rahmen des Projektes „Aktiv fürs Klima“ zusammen.

Um die eigenständige Mobilität der Kinder und Jugendlichen in Jülich noch weiter zu fördern, stellt die Stadt auf ihrer Homepage außerdem einen Kinderstadtplan mit sicheren Schul- und Fahrradwegen, Hinweisen zu Spielplätzen und interessanten Orten für Kinder zur Verfügung. In Kindergärten und Grundschulen gibt es regelmäßige Verkehrstrainings.

Eine wichtige Einrichtung zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist das Jugendparlament: Ein Gremium aus SchülervertreterInnen der weiterführenden Schulen. Im Rahmen von Workshops und Planungswerkstätten zu unterschiedlichen Projekten haben die Jugendlichen immer wieder die Möglichkeit, ihre Gestaltungsideen einzubringen.

Bisher bestehen bei der Stadt Jülich verschiedene Ansätze für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei der Planung und Gestaltung des Straßenraumes. Im Rahmen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für alle!“ möchte die Stadt ein ganzheitliches Konzept erstellen – mit dem Ziel, die Belange von Kindern und Jugendlichen noch intensiver und systematischer in städtischen Planungsprozessen zu verankern.

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist der Stadt dabei ein wichtiges Anliegen – in Form von Befragungen, temporären Spielaktionen im Straßenraum, Stadtteilbegehungen und Zukunftswerkstätten. Weitere Aktionen für eine kinderfreundliche Stadt sollen in Kooperation mit Schulen, Kindergärten, dem Jugendparlament und Jugendheimen entwickelt werden. Der Aspekt „Mobilität“ aus dem Klimaschutzprojekt „Aktiv fürs Klima – Kitas und Schulen sind dabei“ soll dabei stärker in den Fokus rücken.

Alle Maßnahmen haben als gemeinsame Ziele, ein gutes Spielumfeld für Kinder zu erhalten bzw. zu entwickeln. Das Konzept der „bespielbaren Stadt“ hält die Stadt Jülich für einen guten Ansatz – es soll normal sein, wenn Kinder im Park toben, hinter dem Haus, auf dem Gehweg, auf dem Marktplatz, in der Fußgängerzone.

Der Auftaktworkshop fand am 26. Januar 2017 im Rathaus Jülich statt. Unter den insgesamt elf Teilnehmenden waren neben den MitarbeiterInnen verschiedener städtischer Ämter auch zwei Beraterinnen des Planungsbüros STADTKINDER.

Ziel des Workshops war es, gemeinsam die für Jülich wichtigen Themen und Qualitätsziele zu erarbeiten und daraufhin die vielen bereits bestehenden Projekte mit den Zielen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für Alle!“ zu verknüpfen und in einem Konzept zu bündeln.

Frau Peterburs und Frau Lehmann vom Planungsbüro STADTKINDER gaben den Teilnehmenden in einer anschaulichen Präsentation zunächst einen Überblick über die Vielfalt der möglichen Inhalte und Themenfelder der Kampagne. Die Teilnehmenden stimmten dann darüber ab, welche Qualitäten aus den Bereichen Verkehr & Mobilität, Grün- & Freiräume, Spiel & Sport, Wohnumfeld & Öffentlicher Raum sowie Beteiligung von jungen Menschen ihnen für Jülich besonders wichtig sind. Als Schwerpunktthemen lassen sich die Mehrfachnutzung von Grünflächen sowie die Vernetzung mit dem Klimaschutz im Sinne einer klimaschonenden Mobilität nennen.

Im Anschluss erarbeiteten die Teilnehmenden in zwei Kleingruppen, wie sich diese Qualitätsziele sinnvoll in die schon bestehenden Projekte in Jülich einsteuern lassen und wie sie in neuen Ideen, Aktionen oder Veranstaltungen abgebildet werden können, damit sie für die Öffentlichkeit sichtbar werden.

Zu den konkreten Ideen gehörte u.a., am Jülicher Marktplatz kleine Bewegungsanreize und bespielbare Kunstelemente zu schaffen und dabei Kinder und Jugendliche zu beteiligen und einen Minigolfplatz zu planen und neuzugestalten. Außerdem sollen Kinder und Jugendliche im Rahmen des Projektes „Aktiv fürs Klima“ motiviert werden, Schulen und Kitas zu Fuß oder mit dem Rad anzusteuern. Um mehr sichere Freiräume zum Spielen und Toben zu schaffen, soll bei den Jülicher Bürgern mehr Bewusstsein und Akzeptanz für bestehende verkehrsberuhigte Bereiche geschaffen werden., z.B. an Aktionstagen wie dem Weltspieltag.

Die neuen Projektideen umfassten u.a. einen Bewegungstag am Schlossplatz und einen bespielbaren Uferbereich an der Rur.

Workshop mit Schulen und KiTas zum Thema Verkehrssicherheit

Im Juni 2017 fand in Jülich ein Workshop zum Thema Verkehrssicherheit rund um die Jülicher Schulen und KiTas statt. Ziel war es, Ansätze zu entwickeln, die im Anschluss an mehreren „Modellschulen“ erprobt werden sollen.

Neben den Mitarbeiter/-innen der Schulen und KiTas waren auch Elternvertreter-/innen, Verantwortliche der Stadt Jülich und der Polizei sowie zwei Mitarbeiterinnen des Planungsbüros STADTKINDER anwesend.

Die Teilnehmenden erörterten gemeinsam, wo aktuell die größten Probleme im Verkehr entstehen, was bereits umgesetzt wird und welche Rahmenbedingungen erfüllt sein müssen. Gemeinsam erarbeiteten die Teilnehmenden dann verschiedene mögliche Lösungsansätze.

Zum Ende der Veranstaltung standen drei Ansätze fest, die vertieft werden sollen: „Hol- und Bringzonen“, „Verkehrszähmer“ und „Walking Bus“. Die beiden Schulen Grundschule West, Koslar und Promenadenschule wurden als „Modellschulen“ ausgewählt, um die Ansätze zu erproben.

Der Verstetigungsworkshop fand am 13.12.2017 im Rathaus Jülich statt. Unter den insgesamt zehn Teilnehmenden waren die MitarbeiterInnen verschiedener städtischer Ämter und Fachbereiche, darunter unter anderem Vertreter des Amtes für Familie, Generationen und Integration und des Schulverwaltungsamtes sowie vom Amt für Klimaschutz.

Wie bei allen Verstetigungsworkshops mit den teilnehmenden Kommunen war auch das Zukunftsnetz Mobilität NRW, diesmal durch Frau Wiegand, vertreten. Frau Schulte und Herr Apel vom Planungsbüro STADTKINDER standen den Teilnehmenden mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung zur Verfügung.

Ziel des Workshops war zum einen der Blick auf die Ergebnisse der einzelnen Projekte, welche die Teilnehmenden beim Auftaktworkshop als besonders relevant erachtet haben. Darüber hinaus wurden weitere Schritte erarbeitet, um die vorher gesteckten Ziele zu erreichen (u.a. Stärkung der Fahrradmobilität, Mehrfachnutzung von Grünflächen, intensivere Kooperation zwischen den Ämtern).

Folgende nächste Schritte wurden deshalb beschlossen:

  • Vom ADAC gesponserte Schilder für neue Elternhaltestellen werden an den Schulen aufgehängt, möglichst in Begleitung der Presse
  • Es soll ein integriertes Handlungskonzept erstellt werden, das den Fokus darauf legt, wie der Marktplatz mit Spielelementen für Kinder aufgewertet werden kann
  • Im Mai 2018 soll ein Spielefest auf dem Schlossplatz stattfinden
  • Frühzeitig sollen sich kooperierende Ämter gegenseitig in Planungsprozesse einbinden

Hier gibt es das Konzept der Stadt Jülich zum Download

Stadt Jülich, Spielplatzbedarfsplanung

Elisabeth Fasel-Rüdebusch

Große Rurstraße 17

52428 Jülich

Tel.: 02461/63411

Email: efasel@juelich.de