Marl

  • Große kreisangehörige Stadt im nördlichen Ruhrgebiet an der Schwelle zum Münsterland
  • Mit rund 85.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt des Kreises Recklinghausen
  • Anteil Kinder und Jugendliche an der Gesamtbevölkerung: 19 Prozent

In Sachen Nahmobilität und Verkehrssicherheit, insbesondere für Kinder, ist die Stadt Marl bereits seit vielen Jahren gut aufgestellt. Von 1993 bis 2014 war die Stadt Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte und Gemeinden in NRW (AGFS) und hat in den letzten 20 Jahren eine Trendwende vom autogerechten zum umweltgerechten Verkehr vollzogen. Dabei hat sie vor allem die Bedingungen für den Radverkehr deutlich verbessert.

Dank dieses Engagements legt die Marler Bevölkerung heute ein Viertel aller Wege mit dem Fahrrad zurück, darunter viele Kinder und Jugendliche auf dem Weg zur Schule und zu Freizeitaktivitäten. Damit sie selbständig und sicher auf den Marler Straßen unterwegs sind, hat die Stadt den Aspekt der Verkehrssicherheit in den letzten Jahren besonders in den Mittelpunkt gestellt und in diesem Rahmen bereits zahlreiche Projekte umgesetzt, an denen sich Kinder und Jugendliche aktiv beteiligen konnten.

Marl bietet außerdem verschiedene Freizeitangebote für Jugendliche: Neben einer Parcours-Anlage, einer Street-Workout-Anlage und einer Skate-Anlage laden auch legale Graffitiwände junge Bewohner zum Aufenthalt im Freien ein.

Die Stadt Marl möchte an ihre bereits erreichten Erfolge anknüpfen und im Rahmen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für alle!“ ein Gesamtkonzept für eine kinderfreundliche Stadtplanung erarbeiten.

Um die Schul- und Freizeitwege der Kinder und Jugendlichen in Marl kontinuierlich zu verbessern, möchte die Stadt auch in Zukunft ein großes Augenmerk auf das Thema Verkehrssicherheit legen. Dazu gehört unter anderem, den Ausbau der Fuß- und Radwege zu fördern und kinderfreundlich umzusetzen.

Mit spannenden Angeboten sollen in Marl Kinder und Jugendliche auch weiterhin zum Spielen und Bewegen im Freien motiviert werden. Dazu gehört zum Beispiel die Idee, Spielplätze zu beobachten und zu bewerten, sie daraufhin zu verbessern und durch sichere Verbindungswege miteinander zu verknüpfen. Kinder sollen die Möglichkeit haben, sich an Verbesserungen und Neuplanungen aktiv zu beteiligen.

Der Auftaktworkshop fand am 27.09.2016 im Stadtteilzentrum Hüls-Süd statt. Unter den insgesamt 17 Teilnehmenden waren Mitarbeiter verschiedener städtischer Ämter vertreten, u.a. aus dem Jugendamt und dem Stadt- und Verkehrsplanungsamt. Auch weitere Akteure wie Mitarbeiter der örtlichen Polizei, des ADFC, der Diakonie und des Bike Park Marl waren anwesend. Mit der Unterstützung zweier Berater des Planungsbüros STADTKINDER erarbeiteten sie gemeinsam, welche Themen, Qualitäten und konkreten Projekte in Marl sich mit der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für alle!“ verknüpfen lassen.

Dazu verschafften sich die Teilnehmenden zunächst einen Überblick darüber, welche Projekte es in Marl bereits gibt, die mit Freiräumen für Kinder und Jugendliche zutun haben. Von Bike Park und Parkouranlage über Kinderstadtpläne und den Walking Bus bis hin zu jährlichen Aktionen sind in Marl bereits viele Projekte vorhanden.

Anschließend setzten sich die Teilnehmenden genauer damit auseinander, wie man diese Projekte mit den Qualitätszielen zu den Themen Verkehr & Mobilität, Grün- & Freiräume, Spiel & Sport, Wohnumfeld & Öffentlicher Raum und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen verknüpfen kann. Mithilfe von Klebepunkten bewerteten die Teilnehmenden, welche Inhalte und Qualitäten aus diesen Themenfeldern ihnen ganz konkret für Marl wichtig sind. Dazu gehörte u.a., die Fahrradmobilität von Kindern und Jugendlichen zu stärken und einzelne Siedlungsbereiche sicher miteinander zu vernetzen; Grünflächen als Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsbereiche zu nutzen; Spielplätze gut und sicher erreichbar zu machen; in der Sportanlage Trendsportarten wie Parkour, Slackline oder BMX-Fahren anbieten; die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Stadtverwaltung zu verankern und dabei ämterübergreifend zu arbeiten.

Daraufhin arbeiteten die Teilnehmenden aus, welche bestehenden Projekte in Marl sich mit der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für alle!“ verknüpfen lassen und welche neuen Projekte die Kampagne auch für die Marler Bevölkerung sichtbar machen können. Es wurde deutlich, dass es zukünftig darum geht, Qualitäten der kinder- und jugendgerechten Planung in aktuelle Prozesse einzuspielen. Mögliche Projekte sind das Soziale Rathaus, das Mobilitätkonzept, die Spielplatzrahmenplanung oder die Gestaltung der Neubaugebiete.

Bei einem abschießenden gemeinsamen Rundgang durch den Stadtteil Hüls-Süd gingen die Workshop-Teilnehmer/innen zu verschiedenen Stellen, an denen bereits mehr Freiräume für Kinder geschaffen wurden, so z.B. ein neuer Spielplatz mit naturnahen Elementen, eine Hol- und Bringzone in der Nähe einer Schule und der neugestaltete Schulhof der Schule. In dem gesamten Gebiet wurde außerdem das Thema Verkehrssicherheit bearbeitet. So gibt es nun Fahrbahneinengungen und an wichtigen Querungen geschwindigkeitshemmende Maßnahmen und auch autofreie Wegenetze durch das Quartier.

Begehungen zum Umbau der Römerstraße

Im März und im Mai 2017 fanden in Marl Begehungen zum Umbau der Römerstraße statt. Mit Kindern einer Kita und einer Grundschule wurden dabei konkrete Ideen für die Umgestaltung der Straße gesammelt. Denn: Der Weg zum Kindergarten und zur Schule soll in Zukunft einen Erlebniswert besitzen. Begleitet wurden die Kinder vom Planungsbüro STADTKINDER und von einem Mitarbeiter des Verkehrsplanungsamtes in Marl.

Schnell wurde klar, dass sich die Kinder über Hüpf- und Balancierelemente auf dem Bürgersteig freuen würden. Auch auf dem Boden eingezeichnete Linien, die ein Start und ein Ziel markieren, fanden die Kinder gut. Da die Römerstraße in ihrer jetzigen Gestalt kaum Verweilmöglichkeiten bietet, hielten die Kinder nach guten Stellen für neue Sitzmöglichkeiten Ausschau.

Im Jahr 2018 wird eine Bahnstrecke wiederbelebt, sodass im Bereich der Römerstraße die Schranken teilweise unten sein werden. Die Kinder entwickelten viele Ideen für Spiel- und Bewegungselemente, mit denen sie die Wartezeit überbrücken können – ein Kasten mit Kreide und auf dem Gehweg aufgemalte Spiele, eine Wandtafel mit Spielen oder ein Bücherschrank.

Insgesamt kamen viele Ideen für die verschiedenen Bereiche der Römerstraße zusammen. Die Stadt Marl wird die Ideen prüfen und beim Umbau einbeziehen.

Der Verstetigungsworkshop fand am 07.12.2017 in Marl im Stadtteilzentrum Hüls-Süd statt. Unter den insgesamt acht Teilnehmenden waren neben der Baudezernentin Frau Baudek auch Herr Lutz von der Verkehrsplanung und verschiedene VertreterInnen anderer Ämter, wie des Jugendamtes sowie des Schul- und Sportamtes. Herr Feldmann und Frau Hüls vom Planungsbüro STADTKINDER standen den Teilnehmenden beratend zur Seite. Zunächst einmal begrüßte Herr Lutz die Teilnehmenden und stellte die laufenden Projekte vor.

Hier ein kleiner Überblick:

  • Um mehr Beteiligung von Kindern in Planungsprozessen zu fördern, werden in der Römerstraße Kinder der Kita und Grundschule nach ihren Wünschen gefragt. Die Realisierung wird 2018 stattfinden.
  • Vor dem Jugendzentrum HOT Hülsberg wurde in einer gemeinsamen Aktion das „Achtung Kinder“- Schild (rotes Dreieck) auf der Fahrbahn markiert, um die Jugendlichen besser vor dem Autoverkehr zu schützen.
  • Für das Mobilitätskonzept der Stadt Marl wurden 300 SchülerInnen über ihre Schul- und Freizeitwege und Verkehrsmittel sowie über Schwachstellen im Straßenverkehr befragt.
  • Mit Kindern der August-Döhr-Schule wurden in einer Malaktion die neuen Hol- und Bringzonen eingeweiht. So soll der Verkehr vor der Grundschule entzerrt werden.

Als neue Handlungsfelder wurden vor allem die Verbesserung der Kooperation zwischen verschiedenen Ämtern sowie die stärkere Einbeziehung des Jugendgremiums „Jugend in Marl (JiM)“ kommuniziert.

Hier gibt es das Konzept der Stadt Marl zum Download

Stadtverwaltung Marl, Planungs- und Umweltamt Städtisches Verkehrswesen

Udo Lutz

Liegnitzer Straße 5

45768 Marl

Tel.: 02365 / 99-6123 oder 99-6124

Email: udo.lutz@marl.de