Oberhausen

  • Kreisfreie Großstadt und Mittelzentrum des westlichen Ruhrgebiets
  • 210.000 Einwohner
  • Anteil Kinder und Jugendliche an der Gesamtbevölkerung: 16,2 Prozent

In Oberhausen sind im Arbeitskreis Verkehrssicherheit bereits verschiedene Fachbereiche vernetzt. Bei seinen monatlichen Treffen widmet sich der Arbeitskreis gezielt auch Mobilitätsbelangen von Kindern. So sind in Kooperation mit den örtlichen Schulen beispielsweise die Schulwegpläne entstanden. Mit deren Hilfe können sich Kinder selbständig und sicher zu Fuß oder mit dem Rad auf den Weg zur Schule machen.

Für den Bereich Alt-Oberhausen hat die Stadt im Dialog mit Kindern einen Kinderstadtplan erstellt und veröffentlicht. Spielflächen, Straßenquerungen und kritische Verkehrsbereiche sind dort auf einen Blick sichtbar. Auch wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche aktiv an baulichen Maßnahmen zu beteiligen, hat Oberhausen schon Erfahrung: Die Kinder der Ruhrgebiets-Stadt konnten bereits zwei Straßen und das Umfeld einer Stadtbibliothek mitgestalten. Weil es in Alt-Oberhausen noch zu wenige Spielflächen gibt, wird dort bald ein Parkplatz gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen in einen Freiraum zum Spielen und Toben umgewandelt.

Die Stadt Oberhausen möchte bereits geplante Projekte, Vorhaben und Themen und auch neue Projektideen mit der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – Ein Gewinn für alle! “ verknüpfen. Viele Projekte sollen noch 2016 realisiert werden – dabei möchte die Stadt Kinder und Jugendliche aktiv beteiligen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Belangen von Flüchtlingskindern in Oberhausen. Gemeinsam mit anderen Kindern sollen sie ihr Lebensumfeld so mitgestalten können, dass Freiräume für Spiel und Begegnung entstehen.

Der Auftaktworkshop fand am 10.12.2015 im Technischen Rathaus Sterkrade statt und wurde von zwei Beratern des Planungsbüros STADTKINDER begleitet. Insgesamt waren 16 Teilnehmende anwesend. Im Plenum trugen sie bestehende Projekte zusammen, die man gut mit der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für alle“! verknüpfen kann, und entwickelten neue Ideen. Bei der anschließenden Einordnung in kurz-, mittel und langfristig umsetzbare Projekte zeigte sich schnell: Das Thema ist allen wichtig, die Motivation groß, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Abteilungen gut – die meisten Vorhaben sollen noch dieses Jahr angegangen werden.

Gemeinsam bestimmten Teilnehmerinnen und Teilnehmer, welche Projekte am besten geeignet sind, um mit der Kampagne verknüpft zu werden. Das Ergebnis: Drei bereits geplante Mobilitätskonzepte für verschiedene Bereiche der Stadt wurden im Sinne der Kampagne zu einem Projekt zusammengefasst. Dort und auch bei der Freiraumplanung der Innenstadt ist es wichtig, die Interessen und Freiräume von Kindern und Jugendlichen schon in frühen Planungsschritten einzubeziehen. Ebenfalls unter den priorisierten Projekten sind die Konzeption einer Jugendfreizeitfläche in der Oberhausener Innenstadt und eine temporäre Spielstraße im Umfeld einer Flüchtlingsunterkunft. Für die ausgewählten Projekte haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konkrete nächste Schritte vereinbart.

Die Oberhausener Spielstraße auf Zeit in der Altenberger Straße

Oberhausens erste Spielstraße auf Zeit

Pünktlich zum Weltkindertag 2016 ist in Oberhausen die erste Spielstraße auf Zeit eingerichtet worden. Dazu ist die Altenberger Straße gesperrt und das Festgelände auf die Altenberger Straße und den Altenberger Park ausgeweitet worden. Auf der Straße waren die Kinder u. a. zum Malen und Spielen eingeladen. Währenddessen haben sich die Verkehrsplaner mit den Eltern und Großeltern unterhalten, ob sie sich vorstellen könnten, eine Straße vor ihrem Haus für einige Stunden zu sperren und zum Spielen zu nutzen. Viele Eltern waren interessiert und haben ihre Unterstützung signalisiert. Die Stadt Oberhausen sucht auch weiterhin interessierte Eltern, die zusammen mit ihrer Nachbarschaft und mit Unterstützung der Stadtverwaltung ihre Wohnstraße für einige Stunden sperren und bespielen wollen.

Foto: Stadt Oberhausen

Nach einem Jahr intensiver Arbeit kamen zunächst alle Beteiligten am 16.12.2016 nochmals zu einem Abschlussworkshop zusammen. Sie berichteten über die verschiedenen Projekte, die 2016 umgesetzt wurden und besprachen wichtige Aspekte zur weiteren Umsetzung im Jahr 2017.

Ein wichtiger Baustein ist es, die Zusammenarbeit künftig auch ohne die Förderung durch den VRR fest und verlässlich zu organisieren.

Auf der Grundlage des Abschlussworkshops entwickelte die Stadt Oberhausen ein konkretes Konzept zur weiteren Umsetzung der erarbeiteten Projekte.

Das Konzept enthält folgende Schwerpunktthemen:

  • Spielstraße auf Zeit
  • Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
  • Schulwegpläne und schulische Mobilität
  • Weitere Themen im Rahmen des Projektes, u.a. die Jugendfreizeitfläche Innenstadt und das Grünstrukturkonzept Alt-Oberhhausen

Das Jahr 2016 war geprägt von einer engen Zusammenarbeit aller beteiligten Bereiche. Diese existierte teilweise bereits vor dem Projekt, wurde aber durch die Teilnahme an der Kampagne weiter intensiviert. Damit die Zusammenarbeit auch personenunabhängig funktioniert, soll sie institutionalisiert werden. Dem Planungsausschuss wird vorgeschlagen, die Verwaltung mit der Einrichtung einer festen Arbeitsgruppe zu beauftragen. Diese Arbeitsgruppe soll aus Vertretern der bereits involvierten Bereiche bestehen und in halbjährlichem Rhythmus über die Kinder- und Jugendbeteiligung bestehender und künftiger Projekte beraten.

Das gesamte Konzept der Stadt Oberhausen können Sie hier einsehen und herunterladen.

Stadt Oberhausen, Amt für Verkehrsplanung und Signalwesen

Philip Sümpelmann

Bahnhofstraße 66

46145 Oberhausen

Tel.: 0208/825-2622

Email: philip.suempelmann@oberhausen.de