Zukunftspläne schmieden für Braunschweig

Zukunftspläne schmieden für Braunschweig

Städte verändern sich. Wohin sich die niedersächsische „Löwenstadt“ Braunschweig in den nächsten 15 Jahren entwickeln soll, das entscheiden auch die jungen Bewohner aktiv mit.

„Wenn sich eine Stadt verändert, dann sollten über konkrete Maßnahmen auch Kinder und Jugendliche mitentscheiden können“, sagt Michael Walther, Referent für Strategische Projekte des Oberbürgermeisters und Mitglied der Steuerungsgruppe Denk Deine Stadt. Was ist gut? Was soll sich ändern? Und was fehlt? Um ein Zukunftsbild der nächsten 15 Jahre zu entwickeln, hat die Stadt Braunschweig seinen Bewohnern diese zentralen Fragen gestellt. Über einen Zeitraum von sieben Wochen konnten sie sich mit Ideen und Vorschlägen beteiligen.

Gemeinsam mit der Agentur Urbanista aus Hamburg hat die Stadt dafür das offene Dialogforum „Denk Deine Stadt“ eingerichtet. Über die Internetseite www.denkdeinestadt.de und an mobilen und interaktiven On-Tour-Stationen konnten alle BraunschweigerInnen ihre Vorschläge und Anregungen einbringen. „Dabei haben wir gezielt auch Kinder und Jugendliche einbezogen“, sagt Walther. Spannende YouTube-Clips und ein Instagram-Fotowettbewerb waren die Mittel der Wahl, um die junge Generation für stadtplanerische Fragen zu begeistern. Mit sogenannten Beteiligungskits ausgestattet haben außerdem Mitarbeiter der Stadt Unterrichtseinheiten in Schulen gehalten um herauszufinden, wie die Zukunftsvisionen der Jugend für die „Löwenstadt“ aussehen.

Mehr Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche, ein besser ausgebautes Mobilitätsnetz, Parks und Plätze zum freien Bewegen und Spielen ­– das sind einige der Top-Ten-Zukunftsaufgaben, die sich bisher deutlich herauskristallisiert haben. Sie werden die Grundlage bilden für das Integrierte Stadentwicklungskonzept, kurz ISEK, das im Anschluss entsteht und konkrete Umsetzungsstrategien benennt, mit denen das Zukunftsbild Realität wird.

Kinder und Jugendliche in die Stadtgestaltung einzubeziehen, gehört in Braunschweig schon länger zur täglichen Praxis. Seit 2014 gibt es das Jugendforum Braunschweig. Unter dem Motto „Deine Stadt, deine Ideen!“ ermöglicht die Stadt damit seinen jungen Bewohnern, ihre Ideen einzubringen. Online können sie Vorschläge einsenden und darüber abstimmen, welche die wichtigsten sind. Zweimal im Jahr treffen sich die Jugendlichen und diskutieren die Änderungsvorschläge und mögliche Lösungen. Die können sie dann an die Fachausschüsse des Stadtrates weitergeben. Zweimal im Jahr findet außerdem die Jugendkonferenz Braunschweig statt, bei der Kinder und Jugendliche ihre Wünsche und Vorschläge für die Zukunft der Stadt gemeinsam erarbeiten und formulieren.

Auch als 2008 ein neues Fußverkehrskonzept für den Stadtteil Westliches Ringgebiet aufgestellt wurde, hat die Stadt Kinder in die Planung einbezogen. „Kinder und Jugendliche nutzen den öffentlichen Raum stärker als Erwachsene“, sagt Juliane Krause vom Planungsbüro plan & rat, das das Konzept umsetzte. „Deshalb ist es wichtig, sie bei Projekten der Stadt- und Verkehrsplanung zu beteiligen“. Bei 1,5-stündigen Spaziergängen konnten Kinder auf eine Entdeckungsreise nach Stellen gehen, die sie in ihrem Viertel verändern und verbessern würden. Aus den Ergebnissen, auch aus Stadtrundgängen mit anderen Nutzungsgruppen, wurden dann konkrete Maßnahmen entwickelt und im Zeitraum von 2008 – 2012 umgesetzt.

Ansprechpartner:

Zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept:

Stadt Braunschweig
Stabsstelle Strategische Entwicklung
Michael Walther
E-Mail: michael.walther@braunschweig.de

Zum Jugendforum:

Stadt Braunschweig
Fachbereich Kinder, Jugend und Familie
Abt. Jugendförderung
Marion Düe
Email: marion.duee@braunschweig.de

Zum Fußverkehrskonzept Westliches Ringgebiet:

plan & Rat
Juliane Krause
E-Mail: krause.plan-und-rat@t-online.de

Fotos: Stadt Braunschweig/Nielsen, Stadt Braunschweig/Knappe, plan & rat

 

  • Foto (c) Stadt Braunschweig/Nielsen
  • Foto (c) Stadt Braunschweig/Nielsen
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  • Foto (c) Stadt Braunschweig/Knappe
  • Foto (c) plan & rat

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