Rommerskirchen

  • Gemeinde im Rhein-Kreis Neuss im Südwesten Nordrhein-Westfalens
  • 13.500 Einwohner
  • Anteil Kinder und Jugendliche an der Gesamtbevölkerung: 17 Prozent

Rommerskirchen verfolgt das Leitziel, eine kinder- und familienfreundliche Gemeinde zu sein.

2013 gestaltete die Gemeinde eine neue altersübergreifende Spielfläche für Kinder und Jugendliche. An der Planung wurden Kinder aller Altersgruppen beteiligt. Sie konnten kreativ werden und eigene Ideen für Spielgeräte entwickeln. Die schönsten Entwürfe wurden prämiert und können nun auf dem im Frühjahr 2014 eröffneten Spielplatz bestaunt und bespielt werden.

Ein weiterer Baustein für mehr Kinderfreundlichkeit: Neben der neuen Spielfläche gibt es in Rommerskirchen ein fußgängerfreundlich gestaltetes Neubaugebiet. Das Siedlungsgebiet Gillbachstraße ist dank vieler autofreier Wege ein sehr familiengeeignetes Wohnumfeld und sicher mit angrenzenden Siedlungen vernetzt.

Bei Beteiligungsverfahren für Kinder und Jugendliche arbeitet die Gemeinde mit dem Jugendamt für den Rhein-Kreis Neuss zusammen. Er nimmt die Aufgaben des Jugendhilfeträgers für drei kreisangehörige Kommunen im Rhein-Kreis Neuss wahr.

Rommerskirchen ist zudem Mitglied im Verband der Fußgänger- und fahrradfreundlichen Kommunen in NRW.

Ein besonderer Fokus soll auf der Weiterentwicklung des Wohngebiets Gillbachstraße liegen: Das Wohngebiet grenzt an eine Auenlandschaft mit einem Bachlauf. Die Gemeinde Rommerskirchen möchte diese schöne Landschaft sicher mit der Wohnsiedlung verbinden und in einen Naturspielraum umwandeln. So sollen mehr Frei- und Spielräume für Kinder und gleichzeitig ein Naherholungsgebiet für erwachsene Anwohnerinnen und Anwohner entstehen. Die Entwicklung dieses Gebiets ist ein konkreter Anlass, die Ziele der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder“ in das Verfahren der Siedlungsentwicklung zu integrieren. Kinder, Jugendliche und Bewohner sollen sich daran aktiv beteiligen können.

Ein weiteres zentrales Thema: Da Rommerskirchen im erweiterten Einzugsbereich von Köln und Düsseldorf liegt, gibt es in der Gemeinde einen hohen Anteil an Berufspendlern. Da diese auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz ihre Kinder gerne mit dem Auto zum Kindergarten bzw. zur Schule bringen, entstehen vor den Einrichtungen oft chaotische Verkehrsverhältnisse – mit großem Gefahrenpotenzial für die Kinder. Daher plant die Gemeinde Hol- und Bringzonen einzurichten, um die Schulwege für alle Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, sicherer zu machen. Auch viele Schülerinnen und Schüler pendeln zwischen Wohnort und Schule, denn in Rommerskirchen gibt es keine weiterführenden Schulen. Aus diesem Grund möchte die Kommune den öffentlichen Nahverkehr zukünftig mit gut erreichbaren Haltepunkten ausstatten.

Der Workshop fand am 26.11.2015 im Rathaus Rommerskirchen statt. Unter den insgesamt zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren neben zwei Beratern des Planungsbüros STADTKINDER auch Verantwortliche aus den Bereichen Bauverwaltung- und Planung, Landschaftsarchitektur sowie Beauftragte aus dem Bereich Kinder und Jugend. Das Hauptaugenmerk des Workshops lag auf dem Wohngebiet Gillbachstraße.

Die Teilnehmenden bildeten zwei Thementische, die sich jeweils mit verschiedenen Aspekten beschäftigten: Der Thementisch „Erschließung“ widmete sich der Frage, wie man die Wege im Quartier abwechslungsreich und kindgerecht gestalten und auch als temporäre Spielräume gut nutzen kann. Auch sichere Übergänge in angrenzende Landschafts- und Siedlungsräume waren ein wichtiger Punkt. Die Arbeitsgruppe entwickelte die Idee, die Wege im Quartier farblich unterschiedlich zu gestalten und so die Orientierung zu vereinfachen. Elemente wie bespielbare Skulpturen und bunte Pflastersteine auf den Wegen könnten Kinder außerdem zu Bewegungsspielen animieren.

Ziel des Thementisches „Naturspielraum“ war es, konkrete Schritte zu benennen, die Kindern und Jugendlichen ein naturnahes Spielerlebnis im angrenzenden Landschaftsraum ermöglichen. Denn neben seiner ökologischen Ausgleichsfunktion soll das Gebiet auch zu Spiel, Bewegung und Begegnung motivieren. So könnten einzelne naturnahe Elemente wie Natursteine und Baumkronen an geeigneten Standorten zum Spielen und Entdecken animieren. Auch Streuobstwiesen und „essbare“ Pflanzenflächen sind nicht nur spaßig zu erkunden, sie tragen auch zur Umweltbildung bei. Um Kinder und Jugendliche an den Prozessen zu beteiligen, sollen Kitas und Schulen als Partner gewonnen werden. Während entsprechender Projektwochen könnten die Kinder dann das Gelände erkunden und ihre Ideen einbringen.

Aktionstag zum Kampagnentart

Nachdem beim Auftaktworkshop im November beschlossen wurde, mit einer Spielaktion einen öffentlichkeitswirksamen Auftakt der Kampagne zu bilden, fand am 03. Juni 2016 der erste Aktionstag in Rommerskrichen statt.

Geplant war, die Max-Ernst-Straße in einen großen Spiel- und Bewegungsraum zu verwandeln. Aufgrund von Unwetterwarnungen musste die Aktion aber kurzfristig in die benachbarte Gillbachschule verlegt werden. Dank der guten Kooperation mit der Schule funktionierte das reibungslos. Junge Familien, AnwohnerInnen, der Bürgermeister Dr. Martin Mertens und MitarbeiterInnen der Gemeinde ließen sich vom Wetter nicht davon abhalten, zahlreich zu erscheinen und sich rege zu beteiligen: Eltern und Kinder füllten begeistert Fragebögen aus, auf denen sie Wünsche und Anregungen z.B. zur Gestaltung des Schulweges einbringen konnten.

Natürlich wurde beim Aktionstag auch gespielt und getobt: Das Jugendamt des Rhein-Kreises Neuss war mit einem Spielbus vor Ort, das Straßenmemory mit den Motiven der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder“ war heiß begehrt und die Spielgeräte der Firma Emsland Kinderland, die eigentlich nur zur Visualisierung aufgestellt waren, wurden den ganzen Nachmittag über von den Kindern bespielt. Der Gemeinde war es wichtig, besonders viel Wert auf das frei gewählte Spielen der Kinder zu legen.

Ein Höhepunkt des Tages war der Luftballonwettbewerb: Gemeinsam mit den Eltern und dem Bürgermeister schickten die Kinder gasgefüllte Luftballons mit daran befestigten Rückantwort-Motivkarten der Kampagne auf die Reise. Der Luftballon, der am weitesten gereist ist, wird später prämiert. Die erste Rückantwortkarte kam aus der Stadt Schimmert in den Niederlanden.

Der Aktionstag wurde von den Jugendhäusern mitgestaltet, die mit zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern vor Ort waren. Für das leibliche Wohl sorgten die Fördervereine der Kindertagesstätte Sonnenhaus und der Gillbachschule. Bürgermeister Dr. Martin Mertens: „Ich danke allen Beteiligten für ihr tolles Engagement, das die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg gemacht hat“.

Die ausgefüllten Fragebögen wurden ausgewertet und die Ergebnisse flossen anschließend in die Planungspraxis der Gemeindeverwaltung sowie in das Konzept der Gemeinde Rommerskirchen ein.

Fotos © Gemeinde Rommerskirchen

Beim Aktionstag zum Kampagnenstart hat die Gemeinde Rommerskirchen BürgerInnen und Kinder befragt (siehe Menüpunkt: Aktivitäten im zurückliegenden Prozess) und daraufhin in einem zweiten Workshop gemeinsam mit dem Planungsbüro STADTKINDER die wichtigsten Aspekte erarbeitet. Nun ist auf dieser Grundlage ein konkretes Konzept zur Umsetzung der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für Alle!“ entstanden. Darin sind die Schwerpunkte bei der Projektumsetzung für das Jahr 2017 zusammengefasst.

Die Schwerpunkte sind:

• Förderung der eigenständigen Mobilität von Kindern und Jugendlichen

• Schaffung von Spielorten und Begegnungsräumen im öffentlichen Raum

• Hol- und Bringzonen

• Einrichtung eines Walking Bus

• Naturnaher Landschaftsraum

• Wegbegleitende Elemente

• Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

Hier können sie das kommunale Konzept der Gemeinde Rommerskirchen einsehen.

Gemeinde Rommerskirchen, Fachbereich Inklusion und Demografie

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