Waldbröl

  • Zum Naturpark Bergisches Land gehörige Stadt im Süden des Oberbergischen Kreises
  • Rund 20.000 Einwohner
  • Anteil Kinder und Jugendliche an der Gesamtbevölkerung: 20,2 Prozent

Die Stadt Waldbröl hat in den letzten Jahren viel dafür getan, die Verkehrssicherheit und die eigenständige Mobilität von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Im Sommer 2011 hat sie im Schulzentrum eine Mobilitätsbefragung durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre individuellen Schulwege zu Fuß und per Fahrrad und die Gefahrenpunkte aus ihrer Sicht schildern.

Viele bei der Befragung identifizierte Gefahrenstellen konnten in den vergangenen Jahren durch eine geänderte Verkehrsführung und durch bauliche Maßnahmen entschärft werden.

Neben diesen baulichen Maßnahmen wurden mit Hilfe des VRS an den Schulen regelmäßige Fahrradchecks und Radfahrtrainings mit dem Fahrradparcours durchgeführt. Durch die finanzielle Unterstützung des VRS konnte sogar ein eigener Fahrradparcours mit einer Arbeitsgruppe der Gesamtschule gebaut werden, der auch allen anderen Schulen in Waldbröl zur Verfügung steht.

Im April 2013 hat der Rat der Stadt Waldbröl ein Entwicklungs- und Handlungskonzept (IEHK) verabschiedet, in dem die Nahmobilitätsförderung angesprochen ist. Seit Ende 2014 läuft die Umsetzungsphase – es entstehen verschiedene Neubaukomplexe und bestehende Plätze werden umgestaltet. Auch die Verkehrsführung in der Innenstadt wird zugunsten des Fuß- und Radverkehrs großräumig umgestaltet.

Die Maßnahmen des Entwicklungs- und Handlungskonzepts (IEHK) der Stadt Wladbröl befinden sich noch in der Planung – damit bieten sie die Möglichkeit, die Belange von Kindern und Jugendlichen professionell einzuarbeiten.

Als Partnerkommune der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – ein Gewinn für alle!“ möchte die Stadt Waldbröl explizit die Bedürfnisse der kommenden Generationen in den Vordergrund rücken. Die Interessen der Kinder und Jugendlichen sollen in die im Rahmen des IEHK beschlossenen Maßnahmen eingebunden werden und auch in die Fortschreibung des IEHK integriert werden.

Das Ziel ist es, im Rahmen der Kampagne ein Konzept für eine „Kinderfreundliche Stadt Waldbröl“ zu entwickeln und damit eine nachhaltig attraktive Stadt mit Vorbildcharakter zu werden.

Der Auftaktworkshop fand am 09. Februar 2017 im Bürgerhaus Waldbröl statt. Unter den insgesamt 15 Teilnehmenden waren neben dem Bürgermeister die MitarbeiterInnen verschiedener städtischer Ämter sowie VertreterInnen aus der Politik und anderer relevanter Bereiche. Zwei MitarbeiterInnen des Planungsbüros STADTKINDER standen den Teilnehmenden unterstützend und beratend zur Seite.

Frau Jansen vom Zukunftsnetz Mobilität NRW stellte zunächst die Ziele und Inhalte der Kampagne vor. Anschließend zeigten Frau Peterburs und Frau Lehmann vom Planungsbüro STADTKINDER in einer anschaulichen Präsentation die möglichen Themen und Inhalte der Kampagne, die in Waldbröl umgesetzt werden könnten.

Basierend auf diesen Inhalten stimmten die Teilnehmenden über die für sie wichtigsten Qualitätsziele aus den Bereichen Verkehr und Mobilität, Grün- und Freiräume, Spiel und Sport, Wohnumfeld und Öffentlicher Raum sowie Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ab. Zu den Qualitätszielen mit den meisten Stimmen gehörten die folgenden Punkte: die Fahrradmobilität von Kindern und Jugendlichen stärken; Grünflächen verstärkt für Aufenthalt und Naherholung aller Generationen nutzen; Angebote für Trendsportarten wie Parkour, Slackline, Bouldern oder BMX-Fahren schaffen; autofreie Wege als zentrale Vernetzungselemente integrieren; Kinder und Jugendliche an der baulichen Umsetzung der Stadt beteiligen.

Im nächsten Schritt erarbeiteten die Teilnehmenden, wie man die Qualitätsziele sinnvoll mit bereits bestehenden Projekten verknüpfen kann. Es entstanden konkrete Projektideen, u.a. eine Straße in der Innenstadt temporär zu sperren, ein Parkourangebot im Stadion zu schaffen und den Verkehrsübungsplatz für Kinder wiederzubeleben. Außerdem sollen Kinder und Jugendliche frühzeitig an der Umgestaltung des Waldbröler Marktplatzes beteiligt werden.

Die Teilnehmenden überlegten anschließend in zwei Gruppen, wie die ausgewählten Qualitäten in neuen Ideen, Aktionen oder Veranstaltungen abgebildet werden können. Zu den Ideen gehörten neben einer Beachparty auf dem Marktplatz u.a. auch die Einrichtung einer Graffiti- und Streetartwand, ein mobiles Kino und das Angebot von Leih-E-Bikes.

Die Stadt Waldbröl möchte bei den vielen geplanten Projekten in der Innenstadt die Interessen von Kindern und Jugendlichen einbeziehen. Eine gute Grundlage dafür ist die geplante Jugendbefragung. Auch gilt es, einen Aufenthaltsraum für Jugendliche im öffentlichen Raum zu schaffen. Eine gute Möglichkeit, Probleme zu besprechen und Wünsche zu ermitteln, bietet die mobile Jugendarbeit bzw. die Arbeit der Streetworkerin. Gemeinsam mit den Jugendlichen sollen Orte für informelle Treffpunkte gemeinsam entwickelt werden.

Um die Fahrradmobilität von Kindern und Jugendlichen zu stärken, ist es sinnvoll, ein zusammenhängendes Radwegenetz zu entwickeln. Auch die Wiederbelebung des Verkehrsübungsplatzes kann dabei hilfreich sein.

Eine erste temporäre Aktion in Form einer Spielstraße soll im Rahmen des Weltspieltages am 28.05.2017 oder am darauffolgenden Wochenende geplant werden.

In Waldbröl konnten Kinder und Jugendliche ihre Ideen zur neuen Gestaltung des Marktplatzes einbringen. Im Rahmen einer öffentlichen Bürgerveranstaltung erhielten sie Postkarten, auf denen sie ihre Ideen und Anregungen für den Marktplatz auf der Rückseite festhalten und anschließend beim Bürgerhaus abgeben konnten. Die vielen unterschiedlichen Ideen wurden dann an die Büros übergeben, die an dem Architektenwettbewerb zur Neugestaltung des Marktplatzes teilnehmen.

Viele Kinder und Jugendliche wünschen sich Möglichkeiten zum Spielen und Bewegen, wie zum Beispiel einen Skaterpark oder eine Fahrradstrecke mit Rampen. Aber auch Sitzmöglichkeiten und freies WLAN wünschen sie sich für ihren Aufenthalt auf dem Marktplatz. Außerdem soll es grüner werden: Viele Wünsche beinhalteten, dass es mehr Grünanlage, Bäume und Wiesen geben soll.

Hier können Sie die Postkarten zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Waldbröl einsehen.

Der Verstetigungsworkshop fand am 28.11.2017 im Rathaus Waldbröl statt. Unter den insgesamt zehn Teilnehmenden waren neben dem Bürgermeister Herrn Koester auch VertreterInnen der Stadtverwaltung, beispielsweise der Verkehrsplanung und des Jugendamtes, sowie eine Streetworkerin. Herr Apel und Frau Hüls vom Planungsbüro STADTKINDER standen den Teilnehmenden beratend zur Seite.

Der Bürgermeister begrüßte die Teilnehmenden und blickte zunächst auf den erfolgreich durchgeführten Aktionstag zurückgeblickt. Ebenso lobte er, wie interessiert und engagiert die SchülerInnen der Waldbröler Gesamtschule im Rahmen einer Diskussion über die Entwicklung der Stadt waren.

Die Teilnehmenden diskutierten danach die laufenden Projekte und trafen Vereinbarungen zur weiteren Vorgehensweise.

Die folgenden Themen waren Schwerpunkte des Workshops:

  • Marktplatz

    Es wurde ein Entwurf ausgewählt, mit dem die Aufenthaltsqualität für alle gesteigert werden soll. Das Engagement der Jugendlichen ist besonders wertvoll und sie sollen daher auch bei den kommenden Schritten weiterhin beteiligt werden.

  • Verkehrszähmer GGS Hermesdorf

    Die Eltern haben einen sogenannten Lotsendienst eingerichtet. Als nächstes möchte die Stadt eine Elternhaltestelle einrichten. Dabei sollen sich sowohl die Schule als auch Eltern und Kinder aktiv einbringen.

  • Mobilitätsbefragung

    Die Jugendlichen kritisierten die Elterntaxis, gerade im Vergleich mit der Befragung von 2011. Die Schule möchte zukünftig Aktionen durchführen und damit eine Reduzierung der Elterntaxis erreichen.

  • Jugendbefragung

    Als mögliche Projekte aus der Jugendbefragung kommen ein überdachter Treffpunkt am Stadion oder eine Aufwertung des BMX-Parcours in Frage. Eine Auswahl soll mit den Jugendlichen gemeinsam stattfinden.

Hier gibt es das Konzept der Stadt Waldbröl zum Download

Stadt Waldbröl, Fachbereich III Bauen

Hartmut Schröder

Nümbrechter Straße 18-21

51545 Waldbröl

Tel.: 02291/85192

Email: hartmut.schroeder@waldbroel.de